Materialgestütztes argumentierendes Schreiben


Mate­ri­algestütztes Schreiben funk­tion­iert ganz anders als Tex­t­analy­sen und Inter­pre­ta­tio­nen. Mate­ri­algestütztes Schreiben ist kein Schreiben über Texte, son­dern das Ver­fassen eines Textes, wie er im Leben vorkommt: ein­er Anleitung, ein­er Rezen­sion oder Kri­tik, eines Leser­briefs oder eines Blogs.

Manche Auf­gaben­stel­lun­gen ver­lan­gen sog­ar einen Kom­men­tar oder einen Essay. Diese Texte sind an bes­timmte Adres­sat­en in bes­timmten Sit­u­a­tio­nen gerichtet. Die Auf­gaben­stel­lung muss genau gele­sen wer­den, denn sie gibt über Adres­sat­en, Sit­u­a­tion, Textsorte und The­ma Auskun­ft.

Das Mate­r­i­al beste­ht aus unter­schiedlichen Tex­ten bzw. Tex­tauszü­gen. Dazu gehören auch Tabellen und Dia­gramme. Diese Mate­ri­alien müssen genutzt wer­den. Nutzen heißt, sie im Hin­blick auf die Auf­gaben­stel­lung zu lesen, Rel­e­vantes zu markieren, zu notieren.

Auf­gaben­beispiel:

In einem Inter­view, das die Lin­guis­tikpro­fes­sorin Eva Neu­land der Frank­furter Rund­schau gegeben hat, set­zt sie sich für die Beschäf­ti­gung mit Jugend­sprache in Schulen ein. Denn diese ‚fördert auch ins­ge­samt Sprachver­mö­gen und Stilkom­pe­tenz. Nicht zulet­zt ler­nen die Schüler dabei auch etwas über die deutsche Stan­dard­sprache‘. Im Rah­men des Pro­jek­ts ‚Zeitung in der Schule‘ ver­fassen Sie einen Kom­men­tar zu dieser Auf­fas­sung, der ca. 800 Wörter umfassen und in Ihrer Region­alzeitung veröf­fentlicht wer­den soll. Nutzen Sie die Mate­ri­alien für Ihre Argu­men­ta­tion und brin­gen Sie eigenes Wis­sen zum The­ma ein.”

(Die Auf­gaben­stel­lung find­en Sie online auf der Inter­net­seite des Insti­tuts zur Qual­ität­sen­twick­lung im Bil­dungswe­sen unter ‘Mate­ri­algestütztes Ver­fassen argu­men­tieren­der Texte, Auf­gabe 2’. Die Auf­gaben­samm­lun­gen des IQB bieten jew­eils umfan­gre­iche Erläuterun­gen je Auf­gabe sowie Mate­ri­alien.)

Anleitung zum materialgestützten Schreiben
Anleitung zum mate­ri­algestützten Schreiben

Arbeitss­chritte

  1. Die Auf­gaben­stel­lung zer­legen und eine Tabelle erstellen.
    Sit­u­a­tion: Kom­men­tar im Pro­jekt „Zeitung in der Schule“
    Adres­sat­en: Leser der Region­alzeitung, z. B. Schwäbis­ches Tag­blatt
    Was ist der Stre­it­punkt? Jugend­sprache als Unter­richts­ge­gen­stand
    Aspek­te dafür und Aspek­te dage­gen ermit­teln
  2. Das Mate­r­i­al in Bezug auf die Auf­gaben­stel­lung sicht­en und  mit Hil­fe der Tabelle zer­legen.
  3. Das zer­legte Mate­r­i­al sicht­en, ord­nen und Mate­r­i­al in eine sin­nvolle Rei­hen­folge brin­gen. Was sind die Merk­male und Erwartun­gen  des/ der Adres­sat­en?
  4. Den Auf­bau des Textes bes­tim­men (Gliederung erstellen): Ein­leitung entwer­fen, den Haupt­teil struk­turi­eren, den Schluss find­en.
  5. Den Text schreiben: Textsorte und Adres­sat­en beacht­en.
  6. Beim Über­ar­beit­en den Text mit den Augen des Adres­sat­en lesen. Trifft er die Aufgabenstellung/den Inhalt, die Ziel­gruppe und die Sit­u­a­tion?

Bei der Kor­rek­tur auf Regelver­stöße acht­en. Sind Nom­i­nal­isierun­gen groß geschrieben? Stim­men die Neben­satzkom­mas?

Das Wichtig­ste: Ohne Üben kein Kom­pe­ten­z­er­werb. Jed­er Arbeitss­chritt braucht sehr viel Übung.

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ist emeritierte Professorin für Fachdidaktik Deutsch am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität.

alle Beiträge von Prof. em. Dr. Juliane Köster
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