Wie das Leben auf einmal einfacher wird …


Ich erin­nere mich noch gut an mein Ref­er­en­dari­at. Der Deutschunter­richt in ein­er het­ero­ge­nen Klasse ver­langte mir viel ab, hat­te ich doch nun gel­ernt, wie wichtig dif­feren­zierende Ler­nange­bote seien.

In der The­o­rie klingt das ein­leuch­t­end und richtig. In der Prax­is bedeutete Dif­feren­zierung und Indi­vid­u­al­isierung stun­den­lange Vor­bere­itung von Ler­nange­boten auf ver­schiede­nen Niveaustufen und der son­ntägliche Kopier­nach­mit­tag, an dem ich all die unter­schiedlichen Arbeit­saufträge vervielfältigte und dann jedem Kind wieder in seine Mappe ein­heftete (Fam­i­lien­feiern am Son­ntag fie­len daher meis­tens aus) …

Mit der Zeit habe ich mir mehr Wis­sen zur Dif­feren­zierung angeeignet, das mir hil­ft, unter­schiedliche Auf­gaben hin­sichtlich ihrer Schwierigkeit einzuord­nen. Den­noch ist der Vor­bere­itungsaufwand für eine dif­feren­zierende Unter­richt­s­pla­nung groß.

Doch manch­mal wird das Leben ohne eigenes Zutun ein­fach­er. So ging es mir zumin­d­est, als ich neulich die Lern­jobs zum ersten Mal in den Hän­den hielt – ein Unter­richts­ma­te­r­i­al, das ver­schiedene Lern­jobs zum Bere­ich Lesen und Lit­er­atur enthält (es gibt übri­gens noch weit­ere Lern­jobs , z.B.  zum The­ma Schreiben). Der Klett Ver­lag hat hier ein Arbeitsmit­tel her­aus­gegeben, das eine mod­u­lar aufge­baute Dif­feren­zierung auf drei Niveaustufen zum selb­ständi­gen Arbeit­en enthält.

Individuelles Lernen im Unterricht
Indi­vidu­elles Ler­nen im Unter­richt (© Rein­er Pfis­ter­er)

So kön­nen Unter­richts­for­men wech­seln: Neben der klas­sen­ge­bun­de­nen Arbeit mit dem Schul­buch sind durch das Bear­beit­en von Lern­jobs auch offene Unter­richts­for­men möglich, in denen die Schü­lerin­nen und Schüler indi­vidu­ell und in ihrem Tem­po arbeit­en. Vor jedem Lern­job wird das Vor­wis­sen aktiviert, danach wird der Lern­stand selb­ständig eingeschätzt. Die Auf­gaben an sich sind auf drei Niveaustufen konzip­iert (BASIS, EXTRA, PLUS) und sollen selb­sterk­lärend sein (wobei ich jet­zt schon weiß, welch­er mein­er Schüler den­noch rufen wird: „Ich ver­steh‘ das nicht!“).

Für mich als Lehrerin stellt so ein Unter­richts­ma­te­r­i­al eine enorme Erle­ichterung dar. Ich kann die Lern­jobs unab­hängig von einem Lehrw­erk ver­wen­den, aber auch in Verbindung mit dem Lehrw­erk deutsch.kombi plus. Die Schü­lerin­nen und Schüler kön­nen Auf­gaben auf ihrer Niveaustufe bear­beit­en und haben alles in ihrem Arbeit­sheft zusam­men. Das alles wird es für die Klassen­stufen 5–10 geben, so dass die ein­mal eingeübten Arbeits­for­men und Rou­ti­nen langfristig genutzt wer­den kön­nen.

Manch­mal ste­he ich den­noch son­ntags am Kopier­er. Aber es ist nun viel weniger gewor­den!

Hier erfahren Sie mehr zum Konzept der Lern­jobs.

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ist Lehrerin und arbeitet seit 5 Jahren an einer Schule in Freiburg. Ihre Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und unter unterschiedlichen Lernbedingungen in den Deutschunterricht, so dass die Frage nach Differenzierung täglich auftritt.

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