Eigenverantwortlich das Lernen organisieren mit einem Lerntagebuch


Wie schaffe ich es, dass meine Schüler eigenverantwortlich ihr Lernen organisieren? In Gesprächen mit Kollegen hören wir überall die gleichen Sorgen und Ängste. Nicht selten fragen wir uns, wie wir all die Anforderungen noch stemmen sollen. Manchmal denke ich, ich habe neben meinem pädagogischen Beruf noch einen Verwaltungsjob. Reflektieren, Dokumentieren, Kopieren, .. eine unendliche Kette von Tätigkeiten. Und was ist mit unseren Schülern? Beginnen wir nicht langsam – verursacht durch neue Lernkulturen, Bildungspläne, wissenschaftliche Erkenntnisse – diese Tätigkeiten von unseren Schülern zu verlangen? Nur mit dem Unterschied, dass diese keine langjährige Lebenserfahrung haben und sich selten so disziplinieren können, wie wir selbst.
Natürlich scheint uns Pädagogen die Reflexion über das eigene Handeln als sinnvoll und förderlich, jedoch finden wir oft keinen Weg, den Kindern dies verständlich und transparent zu machen. Wir führen Gespräche und bringen neues Material in den Unterricht, in der Hoffnung, unsere Schüler erkennen dann den Wert der Selbstreflexion. Sie sollen sich doch nur organisieren und strukturieren, dabei ihre Hausaufgaben planen und erledigen, ihre Hefte vor- und nachbereiten, sich auf Klassenarbeiten und Tests vorbereiten – möglichst effektiv. Vielleicht sogar noch ein Referat eigenständig vorbereiten und selbstverständlich für ihre Fitness und Ausgeglichenheit sorgen. Oft scheinen die Schüler jedoch nicht einmal zu erahnen, was wir von ihnen wollen bzw. welchen Sinn die ganze Mühe haben soll oder einfach nur, wo sie anfangen müssen.

Lerntagebuch zur Planung, Dokumentation und Reflexion eigener Lernprozesse
Lerntagebuch zur Planung, Dokumentation und Reflexion eigener Lernprozesse, Ernst Klett Verlag ISBN 978-3-12-313437-1

Klett hat mit seinem Lerntagebuch in vereinfachter Form versucht, den Weg zur Selbstreflexion anzubahnen, ohne eine zu große Erwartungshaltung an Schüler, Eltern und Lehrer aufzubauen. Das Lerntagebuch setzt an dem gewohnten Strukturierungssystem an. Die Schüler tragen nach wie vor ihre Tages- oder Wochenaufgaben ein, die gegebenenfalls kommentiert werden können. Auf einer einführenden Doppelseite haben die Schüler die wichtigsten Schritte zum „Lernen lernen“ nochmal klar und übersichtlich visualisiert, worauf ich als Lehrkraft jederzeit verweisen kann. Die Besonderheit ist, dass sie beginnen ihren Lernprozess in kleinen Schritten zu reflektieren. Selbsterklärend haben die Schüler, sowie die Eltern oder Lehrkräfte, die Möglichkeit, sich an die Woche mit all ihren Anforderungen zu erinnern, Knackpunkte oder Highlights zu erwähnen oder einfach nur ihre Stimmung auszudrücken. Es bedarf keines gesonderten Materials oder größeren Zeitumfanges. Am Ende einer Schulwoche kann das Ausfüllen des Wochenchecks zu einem kleinen persönlichen Highlight werden, ohne das kostbare Unterrichtszeit verloren geht. Vielleicht wird das Ausfüllen in wenigen Wochen sogar Routine und ein erster Schritt in Richtung Selbstreflexion ist getan.
Die Arbeit mit dem Lerntagebuch ermöglicht dem Lehrer Verantwortung an die Kinder abzugeben, ohne sie damit alleine zu lassen.

Kennen Sie schon das Lerntagebuch? Zum Ausprobieren gibt es für Sie zwei Arbeitsblätter „Lernen lernen“ zum kostenlosen Download. Alle weiteren Informationen zum Lerntagebuch finden Sie hier.

Gleich ausprobieren – Ihre Arbeitsblätter aus dem Lerntagebuch als Gratis-Download:

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Download: Arbeitsblatt Lernen Lernen KV 1 (288.0 KiB)
Download: Arbeitsblatt Lernen Lernen KV 2 (64.5 KiB)

Sylvie Kurutz ist Lehrerin an einer Realschule in Mühlacker bei Pforzheim und Autorin von deutsch.kombi plus.

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