Standbilder – Zeitdieb oder sinnvolle Methode?


G8, Stun­de­naus­fall, Krankheit, inhalt­sre­ich­er Lehrplan: Bleibt da noch Zeit für den Ein­satz kreativer­er Meth­o­d­en im Deutschunter­richt? Die kurze Anleitung zeigt, wie Sie Stand­bilder ganz leicht in Ihren Unter­richt ein­bauen kön­nen.

Stand­bilder? Was soll das denn sein?“ So oder so ähn­lich sind die Reak­tio­nen in ein­er Klasse oder einem Kurs, wenn die Ler­nen­den diese Meth­ode noch nicht ken­nen. Und spätestens dann fragt man sich als Lehrer oder Lehrerin: „Habe ich jet­zt auch noch die Zeit, den Ablauf zu erk­lären? Schließlich wird in zwei Stun­den die näch­ste Klausur geschrieben.“

Mein­er Mei­n­ung nach sollte die Antwort auf diese Frage „Ja!“ laut­en. Seit meinem Ref­er­en­dari­at set­ze ich Stand­bilder regelmäßig in den unter­schiedlich­sten Lern­grup­pen und Altersstufen ein und mache sehr gute Erfahrun­gen damit. Die Schü­lerin­nen und Schüler wer­den durch diese Meth­ode qua­si „gezwun­gen“, sich mit Tex­ten inten­siv und kri­te­rien­geleit­et auseinan­derzuset­zen, sich in ein­er Gruppe auszu­tauschen, zu reflek­tieren und kreativ zu wer­den. Zudem kön­nen sie sich mit der Sit­u­a­tion ver­traut machen, etwas zu präsen­tieren. Die Ergeb­nisse wer­den später bess­er erin­nert, da sie mit konkreten Sit­u­a­tio­nen verknüpft wer­den, in denen die Schü­lerin­nen und Schüler aktiv gewor­den sind und einen Teil zum Ganzen beige­tra­gen haben. Und ein weit­er­er angenehmer Effekt: Die Ler­nen­den haben tat­säch­lich Spaß daran!

Meine Empfehlung: Pro­bieren Sie es aus!

von: Liese Frei

Gut angeleit­et sind Stand­bilder kein Zeit­dieb, son­dern eine gute Möglichkeit, Kreativ­ität und soziales Ler­nen zu fördern und Inhalte zu trans­portieren. Wenn Sie es selb­st im Unter­richt aus­pro­bieren möcht­en, nutzen Sie gern diese Anleitung:
 

Vorbereitung von Standbildern:

Einzelarbeit:
  1. Textab­schnitt unter dem vorgegebe­nen Unter­suchungss­chw­er­punkt bear­beit­en
Gruppenarbeit:
  1. Aus­tausch in der Gruppe über Ergeb­nisse aus der Einze­lar­beit
  2. Fes­thal­ten der Inhalte, die im Stand­bild trans­portiert wer­den sollen
  3. Über­legun­gen, wie die Inhalte dargestellt wer­den kön­nten (Mimik, Kör­per­hal­tung, Posi­tion­ierung einzel­ner Fig­uren zueinan­der)
  4. Aus­pro­bieren ver­schieden­er Darstel­lungsmöglichkeit­en (Stand­bild­bauer sind hauptver­ant­wortlich für Rück­mel­dun­gen und Verbesserun­gen inner­halb der Gruppe)

Präsentation von Standbildern:

  1. Erstes Stand­bild für 30 Sekun­den hal­ten
  2. Rückmeldungen/Interpretationen aus dem Plenum sam­meln
  3. Zweites Stand­bild für 30 Sekun­den hal­ten
  4. Rückmeldungen/Interpretationen aus dem Plenum sam­meln
  5. Drittes Stand­bild für 30 Sekun­den hal­ten
  6. Rückmeldungen/Interpretationen aus dem Plenum sam­meln
  7. etc.

WICHTIG: Während der Präsen­ta­tion­sphase dür­fen sich die Darsteller nicht bewe­gen und im Plenum muss absolute Ruhe herrschen!

Auswertung von Standbildern:

  1. Einzel­ergeb­nisse an der Tafel fes­thal­ten
  2. Gesamt­faz­it ziehen
Das kön­nte Sie auch inter­essieren:
Span­nende Impulse für das The­ater­spiel im Unter­richt bietet der Baukas­ten the­atraler Möglichkeit­en. Je 50 Hand­karten für ver­schiedene Rollen, Eigenschaften/Gefühle, Orte und Hand­lungsmo­tive aktivieren Ihre Schü­lerin­nen und Schüler, szenis­ches Mate­r­i­al zu erschaf­fen. Hier erfahren Sie mehr.
print

ist Lehrerin für Deutsch und Geschichte an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen.

alle Beiträge von Liese Frei
Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Archiv