Der Einstieg: Neuigkeiten für alle Lernenden
Aufgabe von Unterricht ist es, Medienkompetenz und damit auch den Umgang mit Fake News zu schulen. Besonders gut können Sie als Klassenlehrkraft diese Unterrichtsstunde zu Desinformation leiten. Denn dass Sie irgendwelche neuen Informationen für die Lernenden haben, ist Alltag. Und werden diese News jemals hinterfragt?
Als Einstieg stellen Sie daher das Szenario einer vermeintlich neuen Regelung vor: Ab 2026 sollen in Ihrem Bundesland (hier: Baden-Württemberg) Schuluniformen eingeführt werden. Machen Sie ggf. transparent, dass es sich dabei um eine Übungsnachricht handelt. So vermeiden Sie, dass sich die Lernenden getäuscht fühlen, und schaffen zugleich eine realistische Arbeitsgrundlage.
Überleitung: Ist es realistisch?
Wenn die ersten Emotionen abgeflaut sind, zeigen Sie einen passenden Zeitungsartikel. Diesen können Sie – wie im Beispiel gezeigt – insgesamt von einer KI generieren lassen. ChatGPT erstellt dabei jedoch auch den Text als Bild und dort entstehen immer Rechtschreibfehler, die sich leicht entlarven lassen.
Mit Canva oder ähnlichen Tools kann man auch einen Zeitungsartikel mit einem selbst geschriebenen Text aufbauen. Dann könnte man den fehlerfreien Text und ein KI-generiertes Bild zusammenfügen und hat einen noch realistischeren Zeitungsartikel. Dies wäre auch eine Differenzierungsmöglichkeit, da der Artikel nun zunächst vor allem durch das Bild als Fake zu identifizieren wäre.
Eine kurze Meinungsabfrage, ob die Einführung der Uniform realistisch wirkt, sollte sich anschließen und die Verteilung der Stimmung dokumentiert werden.
Erarbeitung in Ermittlungsteams: Müssen wir wirklich Uniformen tragen?
In der Erarbeitung recherchieren die Lernenden in Kleingruppen, ob die Meldung echt sein könnte. Dabei nutzen sie vorbereitete Faktencheck-Möglichkeiten, z.B.:
- Bildercheck: Google Bilderrückwärtssuche oder https://tineye.com/
- Die Quelle prüfen: Autorin/Autor des Zeitungsartikels recherchieren und deren/dessen Profil sowie das Impressum des Mediums anschauen
- Die Fakten checken:
- Die Verbreitung prüfen: Wo ist die Information noch zu finden? Social-Media und Nachrichtenseiten, z.B. www.swr.de, www.ard.de oder in diesem Fall www.stuttgarternachrichten.de durchforsten
Ergebnissicherung: Recherchen in einer Pressekonferenz vorstellen
In diesem Fall wird das Ergebnis schnell eindeutig sein. Trotzdem können Sie eine Pressekonferenz nachspielen lassen, in der die Ermittlungsteams ihr Ergebnis und den Weg dorthin öffentlich vorstellen. Die anderen können dann kritisch nachfragen und beurteilen, ob die Recherchen der „Ermittler“ wasserdicht sind.
Wenn Sie alternativ – oder zur Festigung des Gelernten – aktuell kursierende Fake News wählen und als Recherche-Fall an die Ermittlerteams übergeben, bekommt die Ergebnissicherung größere Bedeutung.
Reflexion und Transfer
In einer Reflexion sollte diskutiert werden:
- Welche Prüftools waren besonders hilfreich?
- Welche Falle wurde fast übersehen?
- Wie hilft uns das Wissen im Alltag?
Als Abschluss kann eine Top-5-Checkliste „So erkennst du Fake News“ als Plakat erstellt und ins Klassenzimmer gehängt werden.
Nach dieser Stunde werden Ihre Lernenden Informationen kritischer hinterfragen – und genau das ist die wichtigste Kompetenz gegen Fake News.
Wenn Sie noch mehr wissen wollen:
- Journalismus macht Schule e.V.: Checkliste – Falschnachrichten erkennen
- Den Durchblick behalten. So lassen sich Fake News enttarnen | Themen | bpb.de
- BR, ARD, ZDF, Deutschlandradio: So geht Medien: Wie finde ich die richtige Quelle


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