Inklusiven Unterricht richtig vorbereiten


Inklusive Bildung an allgemeinbildenden Schulen stellt eine Herausforderung in der aktuellen und zukünftigen Schullandschaft dar. Was benötigen Lehrkräfte und welche Erfordernisse müssen Materialien erfüllen, um gemeinsamen Unterricht zu ermöglichen?

Erste Schritte hin zu gemeinsamem Unterricht in der Regelklasse

Wichtig sind gute Kommunikationsstrukturen innerhalb der Schule, um eine Klasse mit förderbedürftigen Schülerinnen und Schülern übernehmen zu können. Lehrerinnen und Lehrer einer Regelschule müssen genau wissen, wer als Ansprechpartner/in im sonderpädagogischen Bereich fungiert und mit wem sie die Zusammenarbeit gemeinsam planen können.

Im Idealfall ermittelt man zunächst gemeinsam die Lernausgangslage eines jeden Schülers bzw. einer jeden Schülerin mit Unterstützungsbedarf. Bei der sogenannten zieldifferenten Förderung, bei der sich die Lernziele individuell für jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterscheiden, schlägt der oder die Sonderpädagoge/in ein geeignetes Lernangebot vor. Dafür ist es hilfreich, Fachgruppen zu bilden (z.B. Deutsch, Mathematik, Englisch), in denen fachspezifische Unterrichtsinhalte gesichtet, erarbeitet, vorgestellt und differenziert werden.

Idealerweise wird die Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht gemeinsam gestaltet. Im Schulalltag hingegen wird der Unterricht jedoch meist aufgrund fehlender Ressourcen von der Regelschullehrkraft allein durchgeführt, sodass mehr Augenmerk auf gemeinsamer Planung und anschließender Reflexion liegen muss.

Doch wann lassen sich im Schulalltag solche „Momente“ für Planung, Durchführung und Reflexion tatsächlich ermöglichen? Eine Lösung könnten Team- und Jahrgangsstufentreffen darstellen, welche es genauso wie Fachgruppen ermöglichen, in den fachspezifischen Dialog zu treten. Auf diese Weise könnten die individuellen Lernbedürfnisse des Kindes wieder stärker thematisiert werden und administrative und organisatorische Prozesse in den Hintergrund treten.

3 Tipps für die Zusammenarbeit, um den Lernerfolg zu erhöhen
  • gemeinsames Erstellen differenzierter bzw. zieldifferenter Materialien im Hinblick auf Umfang und Lernniveau
  • gemeinsames Erstellen von handlungsorientiertem Material
  • gemeinsames Erstellen zieldifferenter Freiarbeitsmaterialien, Wochenpläne, Portfolio o.ä.
3 Tipps für die Zusammenarbeit, um die Lernchancen zu erhöhen
  • gemeinsame Erarbeitung und Evaluation von Verhaltensplänen, Token-Systemen, z.B. um die Selbstreflexionskompetenz zu fördern und die Anstrengungsbereitschaft hinsichtlich des Lernverhaltens zu erhöhen
  • zeitliche Strukturen z.B. durch Einsatz eines Timers, Sanduhren, Wecker o.ä. visualisieren
  • eine sinnvolle Phasierung des Unterrichts hinsichtlich der jeweiligen Lernvoraussetzungen erarbeiten, z.B. durch Einsatz geeigneter Bewegungs- oder Kommunikationspausen
Leistungen mit Augenmaß bewerten

Auch eine gemeinsame Leistungsbewertung fördert Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Wichtig ist, dass die individuellen Lernvoraussetzungen sowie Bildungs- und Entwicklungsziele bei der Leistungsmessung und -bewertung einfließen müssen. Dazu gehört das gemeinsame Erstellen differenzierter bzw. zieldifferenter Klassenarbeiten und Tests im Hinblick auf Umfang und Lernniveau. Auch bei der Formulierung von Zeugnissen bedarf es, im Sinne einer kompetenzorientierten und individuellen Rückmeldung, einer multiprofessionellen Zusammenarbeit.

Welche Materialien eignen sich im inklusiven Unterricht?

Innerhalb einer angestrebten inklusiven Schuldidaktik müssen also bereitgestellte Schulbücher und Materialien kritisch hinterfragt werden. Spezielle Differenzierungsausgaben von Lehrwerken bilden bereits einen Grad von Heterogenität ab. Dennoch bedarf es oft zusätzlicher Begleitmaterialien. Passgenau auf die Schulbücher abgestimmt, können diese individuell eingesetzt werden und ein gemeinsames Lernen am gleichen Lerngegenstand ermöglichen, ohne Kinder in parallelen Lerngruppen auszuschließen. Das Begleitmaterial fungiert als Struktur- und Ideengeber, damit alle gemeinsam an einem Thema arbeiten können. Um individuelles Lernen zu gewährleisten, müssen jegliche Lerninhalte den individuellen Lernbedürfnissen der Schüler und Schülerinnen angepasst werden, was Verlage mit editierbarem Material unterstützen.

Praxisbeispiel: Inklusionsmaterial passend zum Schülerbuch deutsch.kombi plus
Diese Kopiervorlagen bieten wir Ihnen zum kostenlosen Download an:
Förderschwerpunkte „Lernen“ + „Emotionale und soziale Entwicklung“:
Verben im Präteritum schreiben (leicht)
Verben im Präteritum bilden (schwer)
Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung:
Wörter nachspuren (leicht)
Wörter bilden (schwer)
Haben Sie Interesse an weiterem Inklusionsmaterial?
Das Material für inklusiven Unterricht ergänzt die differenzierende Ausgabe des Lehrwerks deutsch.kombi plus. Es klärt die Bedeutung der Kapitelinhalte für den gemeinsamen Unterricht und enthält konkrete Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung. 142 verschiedene Kopiervorlagen und Werkzeuge zu den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Emotional-Soziale Entwicklung“ und „Geistige Entwicklung“ werden auf zwei Niveaustufen angeboten. Die beiliegende CD-ROM enthält die Kopiervorlagen zudem in editierbarer Form und bietet Ihnen eine umfangreiche Einführung zur individuellen Förderung im inklusiven Unterricht.
Mehr über das Inklusionsmaterial von deutsch.kombi plus für Klasse 5 erfahren Sie hier.
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