Tipp 1: Demotivieren Sie nicht.
Kennen Sie das auch? Sie haben sich durch die Korrekturen gequält, viele Fehler angestrichen und die Schülerin oder der Schüler wirft nur einen kurzen Blick auf die Note und lässt die Arbeit in der Tasche verschwinden. Dabei möchten Sie natürlich, dass sie oder er etwas aus Ihrer Korrektur lernt. Bestrafen Sie daher nicht, indem Sie umfangreiche Berichtigungen stets vollständig als Hausaufgabe aufgeben.
Tipp 2: Schaffen Sie Transparenz bei der Bewertung.
Ein Bewertungsbogen, der alle geprüften Aspekte aufführt, hilft nicht nur Ihnen für eine schnellere Korrektur, sondern hat die Vorteile, dass es weniger Fragen nach der Rückgabe der Klassenarbeit gibt und dass die Lernenden diesen bei der Berichtigung nutzen können.
Stellen sie außerdem sicher, dass die Schülerinnen und Schüler die Korrekturzeichen kennen und wissen, welche Art von Fehler sich jeweils dahinter verbirgt.
Alternativ können Sie ältere Lernende auch mit einer Beispiellösung arbeiten lassen, sodass sie Unterschiede zu ihrem eigenen Text herausarbeiten können und sehen, was sie noch verbessern sollten.
Tipp 3: Lassen Sie auf keinen Fall alles berichtigen.
Beschränken Sie die Berichtigung auf wichtige Aufgaben. Bei Aufsätzen sollten Sie nur Teile überarbeiten lassen. Sie können auch Kriterien vorgeben, z.B. „Verbessere die Einleitung. Sie soll spannend sein und anschauliche Verben enthalten.“
Oder Sie lassen ein bis zwei sprachliche Fehlerschwerpunkte berichtigen. Andenfalls können Sie auch eine konkrete Anzahl von Fehlern aus den Bereichen Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Ausdruck vorgeben, die mit Begründung (Rechtschreibstrategie, Regel o. Ä.) verbessert werden müssen.
Tipp 4: Lassen Sie eine kurze Reflektion erstellen.
Mithilfe der folgenden Fragen können Sie auch einen kurzen Reflexionstext erstellen lassen: Was hat gut geklappt? Wo hatte ich die größten Schwierigkeiten? Was nehme ich mir für die nächste Klassenarbeit vor?
Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich nicht unrealistische Sachen vornehmen, sondern erst einmal bei einem Aspekt bleiben, z.B. „Ich muss auf die Großschreibung achten.“ oder „Ich schreibe keine Schachtelsätze, ein Satz soll nicht länger als … Zeilen sein.“ Auf diese Reflektion sollte man im Laufe des Schuljahres vor Klassenarbeiten immer zurückkommen, Verbesserungen motivieren die Lernenden und man kann gezielter üben.
Tipp 5: Integrieren Sie Berichtigungen auch in den Unterricht.
Natürlich können Sie keine Eins-zu-Eins-Hilfe im Unterricht leisten, aber es gibt Möglichkeiten, wie sich Lernende auch untereinander sinnvoll helfen können. Lassen Sie sie zu zweit oder in kleinen Gruppen arbeiten. Wichtig ist, dass Sie als Lehrkraft diese zusammenstellen.
Sie können z.B. danach gehen, wer ähnliche Fehlerschwerpunkte hat und dazu eine Expertin/einen Experten einteilen, die/der den zwei bis drei anderen hilft. Sie können aber auch zu zweit arbeiten lassen, einen Lernenden, der eine sehr gute oder gute Arbeit geschrieben hat und einen Lernenden, der nicht so gut abgeschnitten hat.
Tipp 6: Entwickeln Sie eine Berichtigungskultur.
Wie so oft müssen Sie Verschiedenes ausprobieren und vor allem auch mit einer Klasse einüben. Wenn Sie die Zeit haben, lassen Sie bei wichtigen Aufsatzformen einen Probeaufsatz schreiben. Lesen Sie diesen nur, aber schreiben Sie keine Korrekturzeichen daran. Hier können Sie auch KI zu Hilfe nehmen. Geben Sie den Lernenden eine detaillierte Rückmeldung und lassen Sie sie dann gründlich an ihren eigenen Texten allein oder in Gruppen arbeiten. So ein aufwendiges Verfahren können Sie aber nicht so oft im Unterricht leisten.
Dann arbeiten Sie an Fehlertexten, wie Sie diese in Deutsch kompetent vorfinden. Zwei Beispiele für das Erzählen und die Erörterung haben wir Ihnen im Download zusammengestellt.
Mit welchen Methoden haben Sie gute Erfahrungen bei Berichtigungen gemacht? Schreiben Sie uns.





Hinterlasse einen Kommentar