Kooperatives Lernen mit Tablets – ein Praxisbeispiel


Die Möglichkeiten multimedialer Geräte mit den Möglichkeiten bewährter Methoden zu verknüpfen ist eine attraktive Form, den Unterricht anspruchsvoll zu gestalten. Ein Praxisbeispiel zeigt, wie das Tablet das Durchführen einer Diskussion unterstützen kann.

In der Methode des Kooperativen Lernens steckt die Idee eines sozialen Lernens, in dem eine positive wechselseitige Abhängigkeit geschaffen wird. Der Unterricht wird so organisiert, dass wechselseitige Unterstützung möglich, ja sogar notwendig ist, um gemeinsam an das Ziel zu kommen. Gleichzeitig bringt eine solche Konstruktion ein hohes Maß an Schüleraktivierung mit sich. Die Mitschüler sind auf die einzelnen, individuell erstellten Ergebnisse gegenseitig angewiesen, um die Aufgabe zu bewältigen. Die Lernenden tragen eine individuelle Verantwortung in dem Sinne, dass sie für das eigene Lernverhalten und für den Lernprozess ihrer Mitschüler verantwortlich sind.

Praxisbeispiel: eine Strukturierte Kontroverse mit Tablet durchführen
Unterrichtsarrangement für eine Strukturierte Kontroverse mit Tabletnutzung

In diesem Prozess kann das Tablet die Schüleraktivität erheblich auf bestimmte Kompetenzen fokussieren. Im vorliegenden Arrangement sprechen entlang der kooperativen Lernmethode der Strukturierten Kontroverse Schüler ihre Diskussionsbeiträge in das Tablet ein. Es dient als Zwischenspeicher für mündliche Beiträge. Sie sind damit nicht flüchtig, sondern verpflichten jeden, klar artikuliert und strukturiert zu sprechen sowie auch genau und geduldig zuzuhören. Auf diese Art entsteht eine verzögerte Argumentation, die den Schülern die Möglichkeit gibt, in ihrem Arbeitstempo zu intervenieren. Das ist eine ungewohnte und damit auch attraktive Variante, das Hörverstehen sowie das Ausdrucks- und Verständigungsverhalten zu entwickeln. Zudem machen die Schüler die Erfahrung, indem sie die Arbeitsschritte (Notizen, Austausch, Einsprechen einer Formulierungsvariante und offene Diskussion) durchlaufen, dass eine mehrfache Artikulation der Argumente mehr Sicherheit im Auftreten mit sich bringt. Mit einfachen Argumentationen kann diese Methode bereits ab Klasse 7 eingesetzt werden.

Von: Dr. Susanne Huber und Rainer Lupschina

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Dr. Susanne Huber und Rainer Lupschina

Dr. Susanne Huber ist Fachleiterin für Pädagogik/Pädagogische Psychologie am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) in Tübingen. Rainer Lupschina ist Lehrer für Deutsch und Geschichte am Friedrich List Gymnasium Reutlingen und Lehrbeauftragter am Seminar für Lehrerbildung sowie an der Universität Tübingen. Derzeit leitet er an der Reutlinger Pilotierungsschule das baden-württembergische Schulversuchsprojekt „Tablets an allgemein bildenden Gymnasien“.

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