Literaturunterricht ohne Grammatik – Grammatikunterricht ohne Literatur?


Ein Deutschunterricht, der strikt zwischen den Lernbereichen trennt, ist in der Praxis oft schwer zu unterrichten: Der einen Schülergruppe fehlt die Motivation bei Grammatik, der anderen bei Literatur. Daher ist ein integrativer oder verbundener Deutschunterricht nicht nur didaktisch sinnvoll, sondern auch schülernah und motivierend.

von Ramona Benkenstein

Grammatik in der Literatur

Beim Schreiben von Geschichten und Erzählungen komme ich ohne Grammatik nicht aus. Gerade in der 5. Klasse fällt meinen Schülerinnen und Schülern das Formulieren von einfachen Sätzen und das Setzen der passenden Satzzeichen schwer. Das kann ich wunderbar üben, wenn ich die Punkte in den Geschichten weglasse und diese sinnvoll gesetzt werden müssen. Integrativ ist es immer dann, wenn der Text noch Text sein darf: der Inhalt ist wichtig und wird besprochen, aber eben auch die sprachlichen Aspekte wie die Zeichensetzung.

Literatur in der Grammatik

Ich stelle mir in der Unterrichtsvorbereitung oft die Frage: Wozu müssen meine Schülerinnen und Schüler das wissen? Beispielsweise ein Adjektiv, seine Eigenschaften und Möglichkeiten. Mir reicht die Antwort des Lehrplans nicht, sondern ich suche Anknüpfungspunkte in den anderen Lernbereichen. Wenn ich dann einer Geschichte oder einem Märchen die Adjektive „wegnehme“ und der Text ganz farblos wird, dann erkennen meine Schülerinnen und Schüler auch, welche Fähigkeiten die Adjektive haben. Oder wenn sie selbst Texte erstellen sollen, zum Beispiel bei der Beschreibung von Gegenständen, merken die Kinder schnell, dass sie ohne Adjektive nicht weit kommen.

Motivation durch Abwechslung

Mein Unterricht besteht nicht nur aus einzelnen Teilen: heute Grammatik, morgen Literatur. Vielmehr hängt alles zusammen: Nach dem Lesen des Textes lernen wir die Sprache genauer kennen und können sie besser anwenden. So erkennen meine Schülerinnen und Schüler schnell, dass Sprache viele Facetten hat und gehen motivierter in die Deutschstunden. Vielleicht ist es manchmal auch: einfach durchhalten, bald kommt wieder etwas, was mich mehr interessiert. Aber das kommt auf jeden Fall durch die Abwechslung der Themen.

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Dr. Ramona Benkenstein

ist Lehrerin für Deutsch, Geschichte, Rhetorik und Informationstechnische Grundbildung und unterrichtet derzeit in Merseburg. Sie ist außerdem Autorin und Expertin für Rhetorik in der Schule sowie aktives Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS).

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