Die Dichterin der Neuen Sachlichkeit – auch heute noch faszinierend
Geboren am 7. Juni 1907 in Chrzanow, Galizien, gestorben am 21. Januar 1975 in Zürich – das sind die Lebensdaten einer Dichterin, die nicht nur deshalb erwähnenswert ist, weil wir ihres fünfzigsten Todestages gedenken, sondern weil ihre Gedichte nach wie vor berühren und zum Nachdenken anregen.
Kaléko wurde als Golda Malka Aufen unehelich geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren floh sie mit ihrer jüdischen Mutter und ihrer Schwester vor den Pogromen in ihrer Heimat nach Deutschland. Dieses Motiv von Verlust und Entwurzelung zog sich durch ihr gesamtes Leben und ist auch in ihrem Werk spürbar. Gerne hätte Mascha nach der Schule studiert, aber ihr Vater fand dies für ein Mädchen unnötig und so begann sie eine Bürolehre.
Ihr erster Mann, Saul Aaron Kaléko, war ein zehn Jahre älterer Hebräischlehrer. Seinen Nachnamen nutze Mascha nach Scheidung und erneuter Eheschließung als Künstlernamen weiter. Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre lernte Mascha Kaléko im Café die künstlerische Avantgarde Berlins kennen, unter anderem Else Lasker-Schüler und Joachim Ringelnatz.
1929 veröffentlichte sie erste Kabarett-Gedichte, die in heiter-melancholischer Art die Lebenswelt der kleinen Leute in Berlin schildern. 1933 erschien „Das lyrische Stenogrammheft“, das eine breite Leserschaft fand. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde die Dichterin 1935 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt ein Berufsverbot, ihre Bücher wurden als schädliche, unerwünschte Schriften verboten.
Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann und ihrem Sohn emigrierte Mascha Kaléko 1938 in die USA. 1955 besuchte sie Deutschland für kurze Zeit. „Das lyrische Stenogrammheft“ und „Verse für Zeitgenossen“ wurden neu aufgelegt und gleich Bestseller. Die Verleihung des Fontane-Preises lehnte Kaléko ab, da sie ihn nicht aus den Händen des ehemaligen Standartenführers Hans-Egon Holthusen in Empfang nehmen wollte.
Ihrem Mann zuliebe wanderte sie 1959 nach Jerusalem aus, wurde dort aber nie heimisch. Ihr Schmerz, ihre Trauer nach dem Tod von Mann und Sohn und ihre Einsamkeit sind in den Gedichten dieser Zeit spürbar.
Faszination und Deutschunterricht
Mascha Kaléko war die einzige bekannte Dichterin der Neuen Sachlichkeit. Ihre Lyrik vereint Leichtigkeit, Melancholie und einen feinen Sinn für Humor und thematisiert Alltagserfahrungen im damaligen Berlin ebenso wie Liebe, Sehnsucht und Schmerz. Die Sprache der Gedichte ist alltagsnah und leicht verständlich. Kalékos poetische Beschreibungen laden dazu ein, sich mit ihnen zu identifizieren und Äußerungsformen für eigene Lebensthemen zu finden. Der Dichterin war es wichtig, Menschen aller Schichten anzusprechen und zum Ausdruck zu bringen, dass die Welt trotz allem Schweren auch aus Liebe und Hoffnung besteht.
Auf meine Frage, was er denn so toll an Kalékos Gedichten fand, antwortete der eingangs erwähnte 15-Jährige: „Ich kann die Gedichte sofort verstehen und manches von dem, was sie so beschreibt, fühle ich auch. Gleichzeitig ist ganz viel Geschichte drin und man erfährt, wie es damals so war. Das hat mich neugierig gemacht, mehr zu erfahren.
In meiner Band haben wir dann sogar ein Arrangement für ein Gedicht gemacht.“. Sein Lieblingsgedicht: „Wiedersehen in Berlin“.
Meine Favoriten: „Für Einen“, „Weil du nicht da bist“, „Sozusagen grundlos vergnügt“ und „Take it easy“.
Über die Beschäftigung mit Mascha Kalékos Werk können Jugendliche einen Weg zur Lyrik finden, sie auf ihr eigenes Leben beziehen (vielleicht sogar als Lebenshilfe?), da die großen Themen nach wie vor aktuell sind und viel über Kultur und Zeitgeschichte erfahren. Es lohnt sich.
Quellen
Über die Beschäftigung mit Mascha Kalékos Werk können Jugendliche einen Weg zur Lyrik finden, sie auf ihr eigenes Leben beziehen (vielleicht sogar als Lebenshilfe?), da die großen Themen nach wie vor aktuell sind. Gleichzeitig erfahren sie viel über Kultur und Zeitgeschichte.
Kostenlos zum Download
Als kostenlosen Download stellen wir Ihnen Arbeitsblätter mit Lösungen zum Gedicht „Sozusagen grundlos vergnügt“ zur Verfügung.
Das Gedicht „Sozusagen grundlos vergnügt“ finden Sie hier:






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