Redewendungen aus der militärischen Sprachwelt werden seit Jahrhunderten mündlich überliefert. Wir nutzen sie meist, ohne den Hintergrund der Entstehung dieser Phraseologismen zu kennen. Vielleicht würde man dann die Verwendung des ein oder anderen Sprachbilds überdenken. Ein paar Redewendungen aus der militärischen Sprachwelt haben wir für Sie zusammengestellt.
Stellung beziehen
Diese Redewendung wird heute gerne in Zeitungsartikeln genutzt, wenn es z.B. um politische Sachverhalte geht. Der Ursprung stammt aus dem miltärischen Sprachbereich. Es meinte den Ort, an den sich die Truppen vor einem Kampf zu begeben hatten. Sie bezogen damit Stellung.
Den Bogen raushaben
Diese Redewendung hat nichts mit einem Geigenbogen zu tun. Gemeint ist das Sprachbild des Bogenschießens. Wer den Bogen raus hatte, war versiert im Umgang mit Pfeil und Bogen und somit im Vorteil.
Aus der Reserve locken
Locken Sie Ihre Lernenden aus der Reserve für mehr Mitarbeit? Reserve stammt aus dem Lateinischen reservare „aufbewahren“, „zurückhalten“. Als Reservisten bezeichnet man außer Dienst gestellte Soldaten. Sollten diese sich wieder für den aktiven Dienst melden, lockte man sie aus der Reserve.
Einen blauen Brief bekommen
Heute wird die Redewendung „einen blauen Brief bekommen“ mit einem Schreiben an die Eltern verbunden. Darin wird die Versetzungsgefährdung ihres Kindes mitgeteilt. Tatsächlich wurde die Redewendung um 1870 in Preußen geprägt. Friedrich der Große hatte eine Order erlassen, wonach höheren Offizieren Mitteilungen über Ernennungen, Beförderungen, Versetzungen, Verabschiedungen usw. in blauen Briefumschlägen zu übergeben sind.







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