deutsch-klett.de
Magazin für den Deutschunterricht

Redewendungen aus der militärischen Sprachwelt

Redewendungen aus der militärischen Sprachwelt werden seit Jahrhunderten mündlich überliefert. Wir nutzen sie meist, ohne den Hintergrund der Entstehung dieser Phraseologismen zu kennen. Vielleicht würde man dann die Verwendung des ein oder anderen Sprachbilds überdenken. Ein paar Redewendungen aus der militärischen Sprachwelt haben wir für Sie zusammengestellt.

Stellung beziehen

Diese Redewendung wird heute gerne in Zeitungsartikeln genutzt, wenn es z.B. um politische Sachverhalte geht. Der Ursprung stammt aus dem miltärischen Sprachbereich. Es meinte den Ort, an den sich die Truppen vor einem Kampf zu begeben hatten. Sie bezogen damit Stellung.

Den Bogen raushaben

Diese Redewendung hat nichts mit einem Geigenbogen zu tun. Gemeint ist das Sprachbild des Bogenschießens. Wer den Bogen raus hatte, war versiert im Umgang mit Pfeil und Bogen und somit im Vorteil.

Aus der Reserve locken

Locken Sie Ihre Lernenden aus der Reserve für mehr Mitarbeit? Reserve stammt aus dem Lateinischen reservare „aufbewahren“, „zurückhalten“.  Als Reservisten bezeichnet man außer Dienst gestellte Soldaten. Sollten diese sich wieder für den aktiven Dienst melden, lockte man sie aus der Reserve.

Einen blauen Brief bekommen

Heute wird die Redewendung „einen blauen Brief bekommen“ mit einem Schreiben an die Eltern verbunden. Darin wird die Versetzungsgefährdung ihres Kindes mitgeteilt. Tatsächlich wurde die Redewendung  um 1870 in Preußen geprägt. Friedrich der Große hatte eine Order erlassen, wonach höheren Offizieren Mitteilungen über Ernennungen, Beförderungen, Versetzungen, Verabschiedungen usw. in blauen Briefumschlägen zu übergeben sind.

36 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben