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Kommasetzung im Satzgefüge: Das Verb als entscheidender Spielball

Das Verb ist zentral für die Kommasetzung. Wie wir das Verb ins Blickfeld der Schülerinnen und Schüler rücken und die Regeln anschaulich erklären, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Bevor Sie die Kommasetzung bei Satzgefügen einführen, sollte Ihre Klasse wissen, welche Eigenschaften ein Verb hat und an welcher Position es im Satz stehen kann. Ansonsten können die Schülerinnen und Schüler nicht viel mit der neu eingeführten Kommaregel zu Satzgefügen anfangen, denn der entscheidende Spielball ist hier das Verb.

Optimistisch und in der Gewissheit, dass meine Klasse die Wortart Verb kennt, habe ich ihnen die Regel erklärt. Doch dann wurde mir schnell klar, dass ich in der 5. Klasse nicht mehr voraussetzen kann, dass alle diese Wortart kennen.

Nehmen wir den Satz: „Ich habe mich sehr geärgert, weil ich das Komma falsch gesetzt habe.“ Hier müssen die Lernenden wissen, dass das Verb mehrteilig ist. Nur so können sie bestimmen, wo Haupt- und Nebensatz enden, um letztendlich das Komma an der richtigen Stelle zu setzen. Da dies oft die größte Hürde ist, bin ich in den folgenden Stunden anders vorgegangen.

Das grammatische Fundament:
Die Eigenschaften des Verbs

Um die Kommasetzung im Satzgefüge richtig zu beherrschen, müssen die Lernenden erst einmal wissen, welche Eigenschaften ein Verb hat. Als flektierbare Wortart (auch Tunwort, das Handlungen bzw. Vorgänge beschreibt) kann es in unterschiedlichen Formen auftreten. Dabei unterscheidet man:

  • Finite Verbformen: Diese sind nach Person, Numerus, Modus, Tempus und Genus verbi (Aktiv/Passiv) konjugiert.
  • Infinite Verbformen: Dazu gehören der Infinitiv, das Partizip I (sehend) und das Partizip II (gesehen).

Wichtig ist zudem das Verständnis der Zeitformen: Während Präsens und Präteritum aus einer Wortform bestehen, werden Perfekt und Plusquamperfekt aus zwei Elementen gebildet, die im Satz auch entfernt voneinander stehen können.

Die Verbposition im Fokus

Die Sätze im Deutschen werden u.a. nach der Verbposition klassifiziert. Für diese Einteilung sind die finiten Verben entscheidend:

  1. Verberstsätze
  2. Verbzweitsätze
  3. Verbletztsätze (Die Verbletztposition ist nicht zwingend die letzte Stelle im Satz, da noch ein Nachfeld folgen kann.)

Satzformen im Feldermodell (Deutsch kompetent 6 Baden Württemberg, S. 335)

Die Anwendung im Satzgefüge

Gibt es in einem Satz mehrere finite Verben, muss untersucht werden, zu welcher Satzform die Teilsätze gehören. Verberstsätze und Verbzweitsätze fungieren als Hauptsätze, während Verbletztsätze Nebensätze sind. Ein Satzgefüge bezeichnet die Kombination aus mindestens einem Hauptsatz und einem Nebensatz. Hauptsatz und Nebensatz werden durch Komma getrennt. Nebensätze werden durch Einleitewörter (Subjunktionen) wie zum Beispiel: damit, obwohl, dass, ob, als, nachdem, seit, sodass, um oder ohne eingeleitet und können nicht alleine stehen.

Tipp: Ich habe die Kompetenzbox zu dem Thema „Satzgefüge erkennen, Kommas richtig setzen“ in Deutsch kompetent 5 mit der Klasse durch Schaubilder visualisiert, dadurch haben sie die Regel weitaus besser verinnerlicht.

Kompetenzbox „Satzgefüge erkennen, Kommas richtig setzen“ (Deutsch kompetent 5 Baden-Württemberg, S. 235)

Bevor wir uns mit unseren Schülerinnen und Schülern an die Satzgefüge wagen, müssen sie erstmal verstehen, welche Eigenschaften Verben haben und wo sie sich im Satz befinden können. Hier ist also auch die Satzstruktur entscheidend, die man gut mit dem Feldermodell verdeutlichen kann.

Die visuelle Aufbereitung der Kommaregeln macht die grammatischen Strukturen für die Klasse greifbar.

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Über die Autorin

Susann Heilani

Lehrerin für Deutsch und Geschichte am Schubart-Gymnasium Aalen und Leiterin des Schulblogs.

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