Lesetipp: „Mädchenmeute“ – ein Abenteuerbuch nicht nur für Mädchen


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Eine Gruppe von Mädchen alleine im Wald. Das ist Abenteuer pur, zumal Blut, tote Katzen, eine verschwundene Frau und ein geheimnisvoller Stollen eine wichtige Rolle spielen.

von Petra Breuer-Küppers

Charly, die fünfzehnjährige Ich-Erzählerin aus dem Buch „Mädchenmeute“ von Kirsten Fuchs (Rowohlt-Verlag) hat eigentlich keine Lust auf das Ferienlager, zu dem ihre Eltern sie angemeldet haben. Aber dann geschehen unheimliche Dinge auf dem Campgelände, die Gruppenleiterin verschwindet und die Mädchen flüchten mitsamt ihrem Gepäck in einem gestohlenen Hundefängerauto ins Erzgebirge. Das große Abenteuer beginnt.

Das Leben in einer Höhle im Wald verlangt von den Mädchen ganz neue Qualitäten: Die Höhle muss bewohnbar gemacht werden, die Mädchen müssen Essen herbeischaffen, Wunden versorgen usw. Jede in der Gruppe zeigt dabei ihre besonderen Talente. Dann gibt es da noch eine Gruppe Jungen, die die Mädchenmeute heimlich beobachtet und Charly erlebt ihre erste große Liebe. Schließlich entdeckt sie, dass sie nicht nur schüchtern ist, sondern viel stärker als gedacht.

Es macht Spaß, das Buch zu lesen. Nicht nur, weil das Abenteuer die Leserinnen und Leser gefangen nimmt, sondern auch, weil die Sprache teilweise so wunderbar bildhaft ist: „Neben dem Versammlungsplatz ragten im Dunkeln drei Fahnenmasten auf. Das Mondlicht rutschte daran herunter.“ (S. 21) oder „Ich kam nicht dagegen an, dass mein Gehirn sich zusammenfaltete und sich klein in eine Ecke legte.“ (S. 232).

Mein Eindruck: Der Entwicklungsprozess der Ich-Erzählerin lässt sich im Unterricht gut nachvollziehen – von der schüchternen Charly, die in der Gruppe nicht selbst spricht, sondern andere für sich sprechen lässt, bis hin zur jungen Erwachsenen, die von den anderen Mädchen zur Chefin gewählt wird und langsam an Selbstbewusstsein gewinnt. Lediglich der Schluss der Geschichte ist nicht ganz so überzeugend, was den Nutzen für den Unterricht und die Entwicklung einer literarischen Figur aber keinen Abbruch tut.

Fazit: Prämiert mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2016 ist der Roman wunderbar geeignet zum Lesen in Klasse 7/8. Mehr zur Entscheidung der Jury finden Sie hier.
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