Die Nerven liegen blank. Das flaue Gefühl im Magen sorgt dafür, dass man seit Tagen nichts Richtiges gegessen hat. Die Gedanken springen zwischen Hoffen und Bangen hin und her. Angst macht sich breit und verdrängt auch den letzten Hoffnungsschimmer, die bevorstehende Prüfung zu schaffen. – Die meisten kennen diese Situation aus eigener Erfahrung. Wie navigiert man als Lehrkraft seine Klasse am besten durch eine solche Belastungssituation?
Weniger ist oft mehr
Viele Lernende haben an diesem Punkt das Bedürfnis, ihre Kenntnisse zu vertiefen, um optimal in die Prüfung zu gehen. Allerdings ist davon eher abzuraten: Für Lernende, denen bei dieser Erarbeitung plötzlich bewusst wird, wie groß ihre Wissenslücken sind, steigt der Druck. Das kann vorhandenes Wissen blockieren. Die meisten durchleben zum ersten Mal eine Prüfungssituation und können häufig weder mit dem Druck von außen noch mit innerem Druck umgehen. Panik, versäumten Stoff nicht mehr nachholen zu können, lässt gute Vorsätze und somit einen Großteil der Motivation schwinden.
Die mentale Vorbereitung zählt
Prüfungsvorbereitung ist mehr als lehrplanrelevante Themen zu wiederholen, Wissenslücken zu schließen und Prüfungsaufgaben durchzuarbeiten. Sie darf in erster Linie mental darauf vorbereiten, was vielen Lernenden erstmals in ihrem Leben bevorsteht und sie enorm fordert.
Die Möglichkeiten, Lernende auf dem Weg zu einer Prüfung so zu begleiten, dass sie einerseits ihre Sorgen und Ängste in den Griff bekommen können, andererseits persönlich gestärkt aus dieser Situation hervorgehen, sind vielfältig. Es ist wie immer: Man muss genau hinsehen. Dabei hilft es, sich in die Lage der Lernenden zu versetzen oder an eigene Prüfungssituationen zurückzudenken.
Bewusstsein für Ziele stärken
Ein guter Einstieg in die Prüfungsvorbereitung kann ein Brainstorming sein, in dem die Ziele der Lernenden erfragt werden. Hierfür bietet sich an, die Lernenden in Ruhe über sich nachdenken oder Antworten auf Fragen wie
- Was will ich?
- Wo stehe ich?
- Was blockiert mich?
finden zu lassen. Auswertungen im Klassenverband sind hierbei jedoch wenig zielführend. Persönlichkeitsentwicklung beginnt bei jeder und jedem Einzelnen und sollte daher nur mit dem Einverständnis der Lernenden abgefragt werden.
Lernstrategien integrieren
Lernende haben meist wenig Erfahrung, welche Lernstrategien zu ihnen passen. Daher ist Prüfungsvorbereitung eine Schatzkiste voller Angebote, die Lernen leichter macht und Bewusstsein für die optimale individuelle Vorgehensweise schafft.
- die „Spickzettel“-Methode
- Listen für die tägliche Lernarbeit
- Wochen- und Monatspläne
- Deutsch kombi plus Lerntagebuch bzw. das Deutsch kompetent Lerntagebuch
helfen, Inhalte und die Flut der Aufgaben zu strukturieren. Auch der Austausch mit anderen in Form von Tandem- und Gruppenarbeit kann Wunder bewirken und Lernenden zeigen, dass sie mit ihren Bedenken nicht allein sind.
Fokus auf die Prüfungssituation
Steht die Prüfung kurz bevor, ist es wichtig, die Prüfungssituation in der Klasse zu besprechen. Eine Checkliste zum Ablauf der Prüfung wird dankbar angenommen und kann der Angst vor dem Unbekannten entgegenwirken. Hierbei sollten
- Zeiten und Abläufe
- Regeln
- hilfreiche „Hacks“, wie Ideen für Proviant, Materialtipps, Kleidung
- ein persönlicher Zeitplan
- No-Gos
aufgeführt werden.
Wer Lernende gestärkt in die Prüfung schicken möchte, versäumt es nicht, in der Abschlussstunde der Prüfungsvorbereitung Folgendes zu erfragen:
Weshalb darfst du dich auf diese Prüfung freuen?
Hier ist jede Antwort willkommen. Ein Hoch auf die Entwicklung!
Worauf achten Sie besonders bei der Prüfungsvorbereitung? Können unsere Tipps Sie inspirieren? Lassen Sie es uns gern in den Kommentaren wissen.







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