Rechtschreibunterricht ist das Stiefkind im Fach Deutsch. Die meisten Schülerinnen und Schüler stöhnen schon, wenn sie das Wort hören. Auch Deutschlehrkräfte wollen ihre Energie in der Regel lieber auf die anspruchsvollen Prozeduren des Textschreibens und literarisches Lernen konzentrieren, als das zu bearbeiten, was die Kinder nach landläufiger Meinung aus der Grundschule mitbringen sollten. Dabei ist der Erwerb der Schriftsprache nach vier Schuljahren längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil:
Die kognitiven Fähigkeiten, um das relativ komplexe deutsche Schriftsystem zu durchschauen und auf Muster aufmerksam zu werden, entwickeln sich gerade zu Beginn der Sekundarstufe entscheidend weiter. Kinder sind in diesem Alter viel eher bereit, ihre Aufmerksamkeit auf die Form der Sprache zu lenken – und weg vom Inhalt.
Allerdings sieht der „klassische Rechtschreibunterricht“ gar nicht vor, dass auf die Struktur der Sprache fokussiert wird. Stattdessen geht es ums Abschreiben, Memorieren und Auswendiglernen. Nach der Bekanntgabe einer Rechtschreibregel wird geübt. Das ist furchtbar langweilig – für Schüler und für Lehrer.
Üben allein ist uneffektiv
Nicole Hofmann wollte genau wissen, wie Rechtschreibunterricht funktioniert. Dafür hat sie den Unterricht von 11 Lehrpersonen beobachtet und die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler dazu in Beziehung gesetzt. In ihrer 2008 veröffentlichten Studie kam sie unter anderem zu dem klaren Ergebnis, dass Rechtschreibunterricht umso uneffektiver ist, je länger die Übungsphasen sind und zugleich je kürzer die Erarbeitungsphasen. Der klassische Rechtschreibunterricht hat seinen schlechten Ruf also zu Recht. Allerdings hat die Forscherin auch herausgefunden, dass längere Erarbeitungsphasen zu besseren Schülerleistungen führen – vor allem bei rechtschreibschwachen Kindern.
Zum Weiterlesen: Hofmann, Nicole (2008): Unterrichtsexpertise und Rechtschreibleistungen. Eine empirische Untersuchung in Heidelberger Grundschulen. Dissertation. Pädagogische Hochschule Heidelberg, Heidelberg. Pädagogische Psychologie.
Aber was genau soll in diesen Erarbeitungsphasen passieren? Eine Rechtschreibregel ist doch schnell erklärt, oder? Die Deutschdidaktik hat in den vergangenen 20 Jahren viele gute Vorschläge gemacht, wie man Rechtschreibung angemessener vermitteln kann. Vor allem lohnt es sich mit dem folgenden Vorurteil aufzuräumen:
Deutsche Sprache – schwere Sprache?
Viele Lehrkräfte, die heute vor einer Klasse stehen, haben selbst einen Rechtschreibunterricht erlebt, der phänomenbasiert war. Es sollte das ie gelernt werden? Also wurden zahlreiche Wörter mit ie aufgeschrieben. Das mm stand als Thema der Stunde an der Tafel? Es wurde kurz eine Regel erklärt und daraufhin gab es allerlei Wörter mit mm, die geschrieben und gelernt werden sollten. Ziel dieses Unterrichts war es, dass sich die Kinder jedes einzelne Wort einprägen. Es entstand notwendigerweise der Eindruck, dass das Deutsche mehr Ausnahmen als Regeln kennt. Das kann nur zur Resignation bei den Lernenden führen. Fast alle gängigen Materialien zum Rechtschreibunterricht arbeiten stark phänomenbasiert. Dabei ist diese Vorgehensweise vollkommen uneffektiv. Denn Schreibungen lassen sich im Deutschen überwiegend sehr gut erklären. Es gibt nur wenige Ausnahmen.
Das liegt daran, dass das Deutsche eine leserfreundliche Schriftsprache ist. Wie ein Wort gelesen werden muss, erschließt sich ganz von selbst durch sein „Baumuster“. So kommt es, dass man selbst Wörter richtig vorlesen kann, die es im Deutschen gar nicht gibt. Probieren Sie es mal aus: klefen, laflen, mossen, fuhen, wuhlen.
Grund dafür ist die Silbenstruktur der zweisilbigen Grundwörter. Ist die erste, betonte Silbe offen, dann wird der Vokal lang gelesen (Krake), ist sie geschlossen, handelt es sich um einen Kurzvokal (Kante). Auch bei Wörtern mit Doppelkonsonanten (Kanne) und silbentrennendem h (Krähe) funktioniert das so. Die Schreibung aller Wörter mit diesen Baumustern ist regelhaft und damit 90 – 95 % des deutschen Wortschatzes. Für den Unterricht bedeutet das, dass nicht mehr zeitraubend, monoton und uneffektiv phänomenbasiert gearbeitet werden muss, sondern dass die Baumuster in einem Silbenmodell thematisiert werden können. Der Merkwortschatz wird auf Wörter mit Dehnungs-h (Kuhle), Fremdwörter und tatsächliche Ausnahmen (z.B. Wörter mit V) minimiert.
Bisher gibt es nur sehr wenige Materialien, die mit Baumustern arbeiten. Und damit ist eben kein naives Silbenschwingen gemeint. Beim Silbenschwingen wird den Kindern suggeriert, sie könnten hören, wie die Wörter geschrieben werden. Sie werden also dazu aufgefordert, ein Wort wie gehen mit einem hörbaren H zu schwingen. In der Lautsprache spricht man aber gar kein H. Kinder sollen also beim Silbenschwingen etwas herausfinden, was sie bereits wissen müssen, um richtig schwingen zu können: nämlich wie ein Wort geschrieben wird.
Ursula Bredel schlägt dagegen vor, konsequent die Schrift als Grundlage für das Lernen der Schriftsprache zu verwenden und auf „richtig hinhören – richtig sprechen“ zu verzichten.
Zum Weiterlesen: Bredel, Ursula; Fuhrhop, Nanna; Noack, Christina (2011): Wie Kinder lesen und schreiben lernen. Tübingen: Francke.
Mit „Richtig schreiben – aber sicher: Rechtschreibstrategien anwenden“ liegen nun erfreulicherweise zwei Hefte vor, die genau diesen Ansatz ganz systematisch verfolgen. Sie eignen sich sowohl für den Einsatz im Rechtschreibunterricht, um eine fundierte Erarbeitung von Grundlagen der Wortschreibung zu ermöglichen, als auch für die Förderung von rechtschreibschwachen Kindern. Dabei werden die Erarbeitungsteile durch gut zugeschnittene Übungen ergänzt – gerahmt mit ansprechenden Eingangstexten und klug ausgewähltem Wortmaterial. Rechtschreiblernen kognitiv anregend und linguistisch fundiert – bisher leider eine echte Seltenheit.
Wollen Sie das neue Heft für Klasse 5/6 selbst erproben?
Beantworten Sie uns bis zum 10.3. einfach folgende Fragen über die Kommentare oder die Wunschbox auf der rechten Seitenleiste:
Wie integrieren Sie Rechtschreibung und Grammatik im Unterricht?
Unter allen Antworten wählen wir 3 Interessenten aus und versenden je einen Klassensatz des neuen Hefts „Richtig schreiben – aber sicher: Rechtschreibstrategien anwenden“ für Klasse 5/6 zum Erproben. Ein kleiner Fragebogen begleitet das Paket, denn wir sind ganz gespannt auf Ihre Meinung!







Ich arbeite häufig mit Kurzdiktaten zur Lektüre, die ich dann mit gezielten Rechtschreibregeln und Grammatikübungen kombiniere. Abgeschaut habe ich mir das bei einem anderen Verlag, der sogenannte „5-Minuten üben – richtig schreiben“ Hefte im Programm hat. Seitdem wende ich das oft auf meine eigenen Lektüren an.
Rechtschreibung und Grammatik werden portionsweise eingeführt bzw. erarbeitet und geübt. Besonders gut bieten sich kurze Texteinhaieten an, um Rechtschreibung noch einmal gezielt zu vertiefen und durch geeignete Übungen zu erweitern. Grammatik wird immer passend zu der jeweils neuen Schreibform eingeführt, z.B. das Passiv bei der Beschreibung. So kann man anhand der schriftlichen Übungen das Neue in der Grammatik gleich mit einüben.
Tatsächlich eher phänomenbasiert – aber unter der „Überschrift“: Rechtschreibung dient zum besseren und einfachen Leseverständnis. Daher liebe ich Texte mit Fehlern, weil die das immer so schön verdeutlichen, wie man plötzlich ins Stocken gerät – auch als guter Vor-/Leser.
Grammatik wird meistens in zwei bis drei kleineren Extra-Einheiten unterrichtet, wobei es sich bei den Kleinen oft gut integrieren lässt und sie kaum merken, dass sie gerade Grammatik lernen. Rechtschreibung übe ich kontinuierlich das ganze Schuljahr über immer wieder durch kurze Übungen im Rahmen des regulären Unterrichts oder in einzelnen Stunden, in denen Strategien geübt, wiederholt und angewandt werden.
Idealerweise erfolgt bei mir der Rechtschreib- und Grammatikunterricht eingebunden in spannende Geschichten o.Ä., die die Schüler interessiert und die gerne gelesen werden. Zunächst steht dabei der Inhalt im Vordergrund, dann sprachliche Aspekte. (Leider klappt das aber nicht immer, wenn wenig Zeit vorhanden ist.)
Schon aus Zeitgründen integriere ich Grammatik in den Aufsatzunterricht. Die Rechtschreibung bekommt meistens eine eigene Einheit mit Schwerpunkt auf den Strategien, die mir wichtig sind, und wird auch im Kontext der Lektüre sowie in den Intensivierungsstunden geübt.
Grammatikinhalte versuche ich grundsätzlich mit den Schreibformen zu verbinden, z. B. die Verknüpfung von Haupt- und Nebensätzen beim Erzählen. Das Thema Rechtschreibung baue ich nach meiner Aufsatzkorrektur ein, indem ich Fehlerschwerpunkte aus den Schülertexte aufgreife und diese in kurze Übungen „verpacke“, um den Schülern Rechtschreibphänomene bewusst zu machen.
Ich arbeite zunächst immer mit Texten unterschiedlicher Länge, bei denen erstmal das Textverstehen im Vordergrund steht. Nachdem wir uns über den Inhalt dieser Texte ausgetauscht haben, lenke ich die Aufmerksamkeit auf bestimmte Textstellen bzw. sprachliche Auffälligkeiten im Text und animiere die Schüler*innen, darüber zu diskutieren. Da treten meist von ganz allein schon viele richtige und wichtige Punkte zur Grammatik bzw. Rechtschreibung hervor. Je nach Vorwissen der Schüler*innen muss man mehr oder weniger lenkend eingreifen, aber gerade bei den Kleinen ist der Spaß am Entdecken und Knobeln noch so groß, dass sie sich dabei auch richtig viel Mühe geben und viele Regelmäßigkeiten alleine herausfinden. Darüber hinaus achte ich darauf, die entdeckten Regeln regelmäßig (an anderen Texten) zu wiederholen.
Grammatik und Rechtschreibung führe ich zunächst mit dem Lehrwerk und den dazu angebotenen Texten ein. Die Übungsphase besteht dann aus Übungen aus dem Lehrwerk, aber ohne differenzierendes Material kommt man hier nicht aus. Es kommen daher unterschiedliche Materialien zum Einsatz, auch Online-Übungen.
Rechtschreibung und Grammatik lasse ich integrativ im Literaturunterricht erarbeiten. Die unterschiedlichen Themen und Stragtegien werden portionsweise eingeführt. Damit die SuS einen Zusammenhang erkennen, ist das vernetzen der Inhalte wichtig. Anschließende Übungsphasen werden thematisch an den Literaturunterricht angepasst. Die Inhalte des Deutschunterrichts geben dabei die zu behandelnde Grammtik vor, z.B. Präteritum in Märchen.
Es gibt Stunden, da arbeiten wir ganz gezielt an grammatischen Phänomenen oder aber auch an der Rechtschreibung – mit dem Lehrwerk.
Der beste „Sprachunterricht“ findet aber in der Regel statt, wenn wir spontan über ein Phänomen „stolpern“ und es dann gemeinsam erarbeiten. Dann gibt es jedoch meistens keine Übungen dazu. Aber im Beitrag oben steht ja, dass die Erarbeitung im Grunde genommen wertvoller ist, als eine lange langweilige Übungsphase…
Rechtschreibung und Grammatik integriere ich themenspezifisch in den Deutschunterricht, sodass die Kinder zielführend lernen. Folgende Beispiele bieten sich gut an: Aktiv und Passiv in einer Unterrichtsreihe zum Beschreiben; wörtliche Rede beim Thema Fabeln; Die Vergangenheitsformen und der Konjunktiv beim Thema Berichten. Gute Erfahrungen habe ich außerdem mit Stationenlernen und Laufzetteln zu spannenden Themen, die die Schüler interessieren, gemacht. Wenn man es schafft dabei die Grammatik und Rechtschreibung zu integrieren, macht das Lernen gleich viel mehr Spaß und es bleibt mehr hängen.
Ähnlich wie Theresa integriere ich die Spracharbeit in die thematische Arbeit, z.B. bei der Vorgangsbeschreibung das Passiv, beim inneren Monolog die Attribute und Relativsätze usw. Gerne schreibe ich nach einer Klassenarbeit die häufigsten Rechtschreibfehler in einem Text zur Korrektur zusammen. Das stellt niemanden bloß und man sieht, das man nicht der Einzige mit dieser Fehlerquelle ist.
Rechtschreibunterricht ist dann am effektivsten, wenn er sowohl integriert in Aufsatz- und Grammatikunterricht als auch eigens und systematisch angelegt sowie vor allem stets wiederholend durchgeführt wird. Auch das gute, alte Diktat hat, gerade in Zeiten der Digitalisierung und massiver Veränderung der Lese- und Schreibpraxis, eine Renaissance verdient. Den Schülern kann auch heute beigebracht werden, dass Rechtschreibung Ausdruck des Systems ist, das hinter der Sprache liegt, auch wenn die damit verbundenen Prinzipien nicht widerspruchsfrei sind. Orthographie und Interpunktion sind weit mehr als ein intuitives und zufälliges Phänomen, sondern Ausdruck der Regelhaftigkeit und damit Lernbarkeit von Sprache. Zudem macht es Schülern durchaus Spaß, über Aha-Effekte beim Entdecken von Regeln und Prinzipien die orthographischen Kompetenzen konstruktiv weiterzuentwickeln.
Ich habe den „Satz des Tages“ (Klassenstufe 5) eingeführt – das heißt, jede Deutschstunde beginnt mit einem Satz, bei dem die Schüler/innen mal die Satzglieder bestimmen, mal die Wortarten, mal die Zeitform bestimmen sollen. Und der Satz des Tages kam richtig gut an, inzwischen fordern sie ihn regelrecht ein. ;-) Der Rätselcharakter wirkt selbst bei Rechtschreib- und Grammatikthema motivierend.
Das Feldermodell, das inzwischen ja in vielen Lehrwerken vorkommt, habe ich über die Fußballgrammatik (www.fußballgrammatik.de) den Schülern/innen näher gebracht. Der deutsche Satz passt nämlich auf ein Fußballfeld. ;-)
Visualiert habe ich das ganze im Klassenzimmer. Gerade über den Sport waren vor allem auch die Jungs voll angesprochen.
Rechtschreibung und Grammatik werden von mir gerne anhand unterschiedlicher Textsorten und Alltagstexte vermittelt. Zur Einübung und Vertiefung von neu erlernten (oder auch zu wiederholenden) Strukturen und Rechtschreibregeln benutze ich gerne eine „Lernwerkstatt“ oder das Stationenlernen zu einem speziellen Thema.
Neue Phänomene führe ich klassisch induktiv ein.
Zum Üben bekannter Phänomene mache ich oft nach Schulaufgaben ein Übungsblatt mit den typischsten oder häufigsten Fehlern, das gemeinsam im Unterricht bearbeitet wird.
Ich benutze gerne Spiele, die z.B. Satzglieder induktiv einführen, um so die Regeln zu erarbeiten, wie Umstellprobe und Frageprobe. Danach erfolgt die Übung dazu und die Arbeit mit kurzen Texten. So baut die Einheit Stück für Stück wissensvertiefend und spielerisch anregend zugleich aufeinander auf. So korrigiere ich nebenher auch die Rechtschreibung, indem ich die selbstverfassten Sätze und Texte korrigiere oder eine Schreibkonferenz durchführen lasse.
Ich unterrichte mehrere Deutsch-Förderkurse, in denen es insbesondere um Rechtschreibkompetenzen geht. Deshalb freue ich mich immer über neue Anregungen zu diesem Thema! Meistens schreibe ich zur Einführung in das Thema ein Kurzdiktat, führe dann Übungen mit ABs oder LÜK-Kästen durch und teste dann die Leistung erneut in einem Kurzdiktat oder Lückentext. Teilweise lasse ich die SuS auch eigene Tests erstellen.
Ich benutze gerne Spiele, die z.B. Satzglieder induktiv einführen, um so die Regeln zu erarbeiten, wie die Umstellprobe. So baut die Einheit Stück für Stück wissensvertiefend und spielerisch anregend zugleich aufeinander auf. So korrigiere ich nebenher auch die Rechtschreibung, indem ich die selbstverfassten Sätze und Texte korrigiere oder eine Schreibkonferenz durchführen lasse.
Ich unterrichte einen Rechtschreibförderkurs, bei dem es natürlich gezielt um Rechtschreibung geht. Wir schreiben häufig Minidiktate und können dann die Fehler, die die meistens machen, besonders angehen. Hierfür wird gemeinsam versucht, eine Regel aufzustellen, diese dann ausgebaut und erläutert und danach geübt.
Ich arbeite an einer Montessorischule. Dort werden die Grammatik – und Rechtschreibthemen auf kleine Einheiten heruntergebrochen und jeweils mit einer kleinen Gruppe an Kindern eingeführt. Anschließend gibt es Weiterarbeiten für die Kinder, zunächst anhand von Material und im Anschluss auch abstrakt durch Themenhefte beispielsweise. Rechtschreibung ist bei einigen Kindern ein großes Problem, was man unter anderem an den Geschichten sieht, die die Kinder gerne während der Lernzeit schreiben.
Ich übe mit meinen Schülern fast in jeder Deutschstunde miteinem Kurzdiktat angelehnt an aktuelle, die Klasse betreffende Ereignisse wie zum Beispiel Anredepronomen durch Einladung zum Elternabend. Das motiviert und verdeutlicht die Ernsthaftigkeit.
Rechtschreibung und Grammatik erarbeite ich in eigenen Stunden oder eigenen Reihen. Ich möchte, dass die Kinder das System verstehen Strategien entwickeln und generalisieren lernen. Danach wird integrativ gearbeitet. Leider stelle ich fest, dass manche Kinder in der Orientierungsstufe Dinge „vergessen“ oder durcheinanderwerfen. Deshalb kommen zwischendurch auch bei anderen Themen immer wieder Rechtschreibung („Warum steht denn da ‚dass‘ mit zwei s?“) und Grammatik („In welchem Tempus ist diese Passage verfasst? Wieso ist das auffällig?“) zur Sprache. Auch Grammatikwiederholung „einfach so“ zu Beginn oder am Ende einer Stunde finden manche Kinder hilfreich.
Mit den Vorgängerbänden von „Richtig schreiben, aber sicher“ habe ich vor Jahren schon in einer Rechtschreibfördergruppe gearbeitet. Deshalb würde ich die Neuauflage gern mit meiner aktuellen Klasse erproben.
Chrissie: An unserer Schule stehen uns in Klasse 5 und 6 jeweils 5 Stunden Deutschunterricht pro Woche zur Verfügung. Ich bemühe mich darum, einmal in der Woche eine Rechtschreibstunde gezielt zu reservieren, um hier zu üben. Wenn die ersten drei Klassenarbeiten geschrieben wurden, zeige ich den Schülerinnen und Schülern, wie man eine gezielte Fehleranalyse angehen kann, um persönliche Rechtschreibschwächen zu entdecken. Auf dieser Grundlage kann ich differenzierenden Rechtschreibunterricht anbieten. Grammatikunterricht findet integrativ statt, d.h. Themen und/ oder Textsortenbezogen.Sobald über Syntax gesprochen wird, wird natürlich auch die Zeichensetzung integriert.
Ich habe eine Stunde in der Woche für den Rechtschreib- und Grammatikunterricht reserviert, in der dann auch Zeit für die nicht-muttersprachlichen Schüler ist. Dann werden Themen, die zur jeweiligen Einheit passen, oder spezifische Probleme der Schüler angesprochen und geübt.
Grammatik in den Deutschunterricht zu integrieren, ist manchmal schwierig. Wir versuchen als Team, jedes Thema mit passenden Grammatikteilen zu bestücken und diese mehrfach anwenden zu lassen und die Regeln zu üben. Meiner Meinung nach, würde es manchmal helfen ein tolles Grammatikheft in die SELF Stunde zu integrieren um noch verstärkter und vor allem auch individueller gestalten zu können. (Jede Schülerin/ jeder Schüler könnte an unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten)
In der 5ten Klasse haben wir wöchentlich ein kleines Diktat geschrieben, dessen Regeln wir vorher jeweils besprochen und aufgeschrieben haben. Im Deutschbuch und Arbeitsheft haben die Schüler immer wieder Übungen dazu erarbeitet. Einmal im Monat habe ich auch ein vorbereitetes Diktat schreiben lassen, was sehr beliebt war, weil auch die Schwächeren einmal eine sehr gute Note schreiben können und dabei sicher etwas lernen. Das hieß: Die Schüler bekommen eine Woche vorher das Diktat und können dann selbst dafür üben. Hierbei habe ich aber den Notenmaßstab angezogen. Jetzt, in der 6ten Klasse, ist vom Unterrichtsstoff her weniger Zeit für Diktate, so dass ich gerne einmal Ihr neues Heft ausprobieren würde. Grammatik lerne ich jeweils begleitend zu den Schulaufgabenthemen ein – nun z.B. Passiv, da ein Bericht ansteht.
Ich integriere Rechtschreibung und Grammatik jeweils in den passenden Lernbereich, sodass die Kinder einen Eindruck bekommen, warum es wichtig ist, dass sie die Theorie auch anwenden können. Das neue deutsch.kombi plus. Sachsen bietet diese Eingliederung bereits sehr gut an, sodass nur noch ergänzende Übungen eingebracht werden müssen, um das Ganze zu festigen.
Wir erarbeiten im Team Grammatik und Rechtschreibung auf beiden Wegen: integriert in das aktuelle Thema der Reihe und zusätzlich dazu in einer eingerichteten „Förderschiene“. Dabei wird klassenübergreifend 2x pro Woche Zeit für die explizite Übung von einzelnen Themen und Fertigkeiten bereitgestellt.
Rechtschreibung und Grammatik übe ich in einer Stunde pro Woche explizit mit Übungen, oft in spielerischer Form, mit Lerntheken usw. Ansonsten fließt das natürlich sowieso regelmäßig in den Unterricht ein, z.B. durch 5-Minuten-Einheiten zwischendurch. Für neue Ideen bin ich immer dankbar!
Meine 5.Klasse hat ein Übungsdiktat geschrieben, um Fehlerschwerpunkte festzustellen und dann folgte die Rechtschreibeinheit. Die Rechtschreibung wird im Schuljahr immer wieder phasenweise wiederholt, insbesondere in Verbindung mit der Aufsatzschulung, denn da vergessen die SuS gerne die Rechtschreibung. Es ist hilfreich, das trockene Thema Rechtschreibung mit einem motivierenden Inhalt z.B. Märchen zu verbinden.
Ich habe festgestellt, dass meine Fünftklässler Diktate lieben. Ich wähle sie passend zu Rechtschreibeinheiten als Einleitung aus und anhand der Fehler, die die SuS bei sich erkennen, besprechen wir die Regeln. Mittlerweile kommen die SuS auch selbst, wenn sie Probleme mit einer Schreibweise haben und möchten diese diskutieren. Gleiches gilt für Grammatikregeln. Durch die Fragen der SuS habe ich wieder Spaß am Grammatikunterricht, obwohl ich ihn früher immer mehr als notwendiges Übel angesehen habe.
Auch wir führen an unserer Schule die Rechtschreib- und Grammatik-Themen passend zu den inhaltlichen Themen ein bzw. wiederholen sie: geht es um Gedichte, werden bspw. s-Laute anhand des Gedichts „s-Laute-Maus“ thematisiert. Das klappt jedoch nicht immer so passend wie z.B. bei der Kombination Passiv/Vorgangsbeschreibungen.
Um nicht die inhaltlichen Themen für eine Thematisierung der Grammatik zu „missbrauchen“, schalten wir vor jedes inhaltliche Thema eine kurze intensive Rechtschreib- oder Grammatik-Einheit. Die SuS sollen dann in der bevorstehenden Reihe besonders die thematisierten Rechtschreibphänomene bewusst reflektieren und selbstständig anwenden.
Rechtschreibung und Grammatik werden teilweise integriert, mit anderen Themen kombiniert eingeführt, z. B. der Konjunktiv in Zusammenhang mit der Redewiedergabe bei Sachtexten/Zeitungstexten. Teilweise nutze ich aber auch Einzelstunden (eigtl. haben wir das Doppelstundenmodell), um gezielt an Schwerpunkten zu arbeiten (z. B. Groß-/Kleinschreibung).
Über das Sprachförderkonzept unserer Schule gibt es zwei zusätzliche Deutschstunden in 5 und 6. In einer wird ausschließlich die Rechtschreibung anhand von Strategien geübt (da wäre das Heft also perfekt geeignet), in der anderen das Lesen. Im Fachunterricht selbst, wird Grammatik mit der Unterrichtseinheit verbunden. Z.B wörtliche Rede bei spannendem Erzählen. Was dann auch wieder in der Lesestunde aufgegriffen wird. Auf die eingeübt Rechtschreibstrategie wird im „normalen“ Unterricht dann besonderer Wert gelegt und vor allem auf die für die UE wichtigen Wörter intensiv angewendet.
Ich arbeite mit sogenannten Lernpfaden. Es gibt bestimmte Themen, beispielsweise Märchen. Im Lernpfad gibt es sowohl Rechtschreib- als auch Grammatikübungen, die zum Thema passen. Die SuS arbeiten somit, wenn sie mit den jeweiligen Aufgaben im Unterricht fertig sind, in ihrem Lernpfad und üben die Grammatik und die Rechtschreibung. Somit wird inhaltlich gearbeitet, aber auch Rechtschreibung und Grammatik beachtet.
Ich setzt Rechtdchreib- und Grammatikübungen immer passend zum Thema ein. Wie z.B. bei Märchen den Tempus Präteritum, dazu Rechtschreibtrainings. Dazu müssen die SuS im Text alle Wörter, die mit z.B. mit -ie geschrieben werden suchen und heraus schreiben, um neue Sätze mit ihnen zu bilden. Zu dem nutze ich gerne Abschreibtexte, die eine gezielte Schreibweise trainieren. Oder zu einer bestimmten Lerneinheit gebe ich den Kids Lernwörter, die sie lernen. Die werden in einem kurzen Test abgefragt.
Wöchentlich gibt es Rechtschreibgespräche, bei denen entweder thematisch passend zu anderen Einheiten oder aktuelle Schwierigkeiten von Schülern oder Wörter aus dem Rechtschreibrahmen behandelt werden. Dennoch gibt es auch blockweise Rechtschreibunterricht (z.B. Getrennt-und Zusammenschreibung).
Grammatik wird zum einen blockweise (Wortarten)unterrichtet zum anderen aber auch integrativ (Aktiv/Passiv im Bericht).
Guten Morgen, ich leite den Lese-Rechtschreib-Förderkurs (Jg.5) an einem Gymnasium und würde die neuen Hefte sehr gerne ausprobieren. Können Sie mir Heft 1 als Probeexemplar zusenden?
Mit feundlichen Grüßen
Nadine Füchter
Ich lasse einzelne Übungen auch nebenbei z.B. bei den Sagen einfließen. Ansonsten werden Grammatik und Rechtschreibung jeweils passend eingeführt, wie schon von meinen Vorgängern beschrieben wurde.
Es kommt darauf an, um welche Rechtschreibprobleme es geht. Manchmal sind eigene UEs dazu gut, z.B. bei der Groß- und Kleinschreibung. Allerdings ist Rechtschreibung IMMER ein Thema, und sowie ein bestimmtes Phänomen z.B. bei einer Lektüre häufiger auftaucht, greife ich es auf und bearbeite es integrativ. Somit gibt es für mich immer eine Mischung.
Ich baue zu jedem Thema Rechtschreibübungen in Form von Fehlerschwerpunkten ein. Mal gibt es ein bekanntes Übungsdiktat-die SuS bekommen den Text vier Tage zuvor- um Fehler aus Nervosität zu vermeiden. Dann gibt es Rätselaufgaben, ab und an einen kleinen Lernzirkel und als HA immer mal wieder einen AB. Ich versuche zwischendurch auch Schönschreibübungen einfließen zu lassen, da gerade die Jungs häufig Schwierigkeiten haben, ihre eigene Schrift zu lesen. Wir arbeiten zu Beginn des Schuljahres regelmäßig mit dem Wörterbuch, auch wenn es im digitalen Zeitalter schon veraltet ist, gibt unsere Schule nicht mehr her. In Klassenarbeiten wird für die Übersicht nur jede zweite Zeile beschrieben, das hilft auch beim verbessern. Aufsätze dürfen die SuS einen Tag nach der Arbeit erneut auf Fehler untersuchen. Mit mehr Abstand zum Text geht es meist besser.
Ich unterrichte derzeit Klassen 5/6 im Fach Deutsch. Würde mich über eine Erprobung freuen.
Um grammatikalische Strukturen einzuüben bzw. bewusst zu machen, arbeite ich erfolgreich nach dem Ansatz des „Generativen Schreibens“. Dieser impliziert in der Regel auch die Sammlung eines Wortschatzes zum jeweiligen Thema, der in einer besonderen Arbeitsphase auch unter dem Aspekt der Rechtschreibung gesichtet und kontrolliert wird. Während dieser Phase werden die SuS häufig selbst auf Rechtschreibprobleme und (neue) Rechtschreibphänomene aufmerksam, die dann gemeinsam besprochen und geklärt werden. Zu diesen Phänomenen stelle ich dann entweder im Rahmen der Sprachförderstunden oder für Freiarbeitsphasen Arbeitsmaterial zu Übungszwecken zur Verfügung. Um die Auseinandersetzung der SuS zum Thema Rechtschreibung zu intensivieren, sind die Übungsmaterialien häufig als Partnerarrangement gestaltet.
Ich erarbeite die Rechtschreib- und Grammatikschwerpunkte fächerübergreifend. Aktuelle Texte aus den unterschiedlichen Fächern werden herangezogen und thematisiert. So ist nebenbei der Lerneffekt für den Fachunterricht von Vorteil und die Verknüpfung für die Schüler sichtbar- nicht dieses Schubkastendenken.
Ich arbeite mit meiner Klasse mit möglichst anschaulichen und lebhaften Texten, da auf diesem Weg das Interesse der Schüler aufrechterhalten wird. Durch die anschaulichen oder auch aktuellen Texte sind die Schüler zudem immer über aktuelle Themen informiert oder können ihr Allgemeinwissen erweitern. Als Ergänzungsmethoden für Freiarbeitsphasen verwende ich allerdings auch klassische Übungen, die jeder nach Interesse bearbeiten darf.
Ich habe eine Übungsform erfunden, den WdW. Das ist der Witz der Woche. Hierzu habe ich Kinderwitze gesammelt. Die Witze schreibe ich mit Aufgaben auf, z.B. alles ist klein oder groß geschrieben, die Satzzeichen der Wörtlichen Rede fehlen,Bilderwitze müssen in Sprache umgesetzt werden, Fehler müssen gefunden werden …ich habe hier den Rechtschreibrahmen( in BaWü verbindlich) eingearbeitet. Das Ganze ist spiralcurricular angelegt, wiederholt also immer mal wieder. Gleichzeitig üben wir Textverständnis. Das mache ich 1x 45 min in der Woche.
Wir integrieren Rechtschreibung und Grammatik in den Unterricht der Klassen 5 und 6, indem wir eine Stunde die Woche immer abwechselnd Rechtschreibung oder Grammatik üben. Die Übungen beziehen sich auf das Thema der Unterrichtsreihe und sind deshalb leichter verständlich. In jeder Klassenarbeit gibt es zudem eine Aufgabe zu Rechtschreibung oder Grammatik. Zusätzlich überarbeiten die Kinder ihre Texte mit Checklisten selbst oder geben sich durch eine Schreibkonferenz Feedback.
Da meine jetzige Klasse sehr sehr schwach ist, habe ich mir aus der Grundschule die Fresch-Rechtschreibstrategien und den Satz des Tages abgeguckt. So üben und wiederholen wir am Anfang fast jeder Stunde wichtige Schreibwörter und integrieren grammatische Inhalte.