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Work-Life-Balance im Schulalltag – Strategien für den Arbeitsalltag

Sie haben viel Stress im Schulalltag? Das muss nicht sein! Nutzen Sie einfache Strategien, um Ihre Work-Life-Balance aufrecht zu erhalten.

Der Unterricht beginnt frühmorgens mit dem ersten Klingelzeichen und endet am Nachmittag für die Schülerinnen und Schüler, nicht aber für die Lehrerinnen und Lehrer. Das Lehrpersonal hat nicht nach Schulschluss Feierabend und so wird häufig noch bis in die späten Abendstunden hinein der Unterricht für den nächsten Tag vorbereitet, werden Arbeiten korrigiert und Klassenfahrten organisiert. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, mit hilfreichen Strategien den Arbeitsalltag entspannter anzugehen und Stress zu minimieren.

Pausen aktiv nutzen

Die Eltern zum Elterngespräch verspäten sich und Sie ärgern sich, dass Sie ihre kostbare Zeit verschwenden und im Klassenzimmer sitzen, um auf die Eltern zu warten. Nutzen Sie diese Zeit, es ist ein Geschenk. Gehen sie im Klassenzimmer umher und machen ein paar Übungen, um sich aufzulockern und die Muskulatur zu entspannen. Öffnen Sie die Fenster und lassen Sie frische Luft hinein, im besten Fall erhaschen Sie noch ein paar Sonnenstrahlen und gönnen sich eine kleine Pause.

Falls Sie jetzt denken, was sollen die Eltern von mir denken, wenn die den Raum betreten, dann gebe ich als Antwort an Sie eine Frage zurück: Würden Sie lieber einen Raum betreten, in dem eine gestresste Person auf Sie wartet, weil Sie sich verspätet haben, oder wäre es Ihnen lieber, in den Raum zu treten und eine Person vorzufinden, die die Zeit genutzt hat und fröhlich und entspannt ist? Warten müssen Sie so oder so, es ist Ihre Entscheidung. Diese aktive Nutzung geschenkter Pausen lässt sich auch außerhalb der Schule beim Warten auf die Kinder, den Bus oder den Arzttermin anwenden. Häufig fällt es uns selbst gar nicht auf, wie gestresst wir sind. Das Umfeld weist uns allerdings nur allzu gern darauf hin. Damit uns auch selbst bewusst wird, wie wir durch den Alltag gehen, sollten wir mit der Selbstreflexion beginnen.

Selbstreflexion

Die Selbstreflexion dient dazu, selbstständig Probleme zu definieren, Ziele festzulegen und Lösungsstrategien in Eigenverantwortung zu entwickeln. Insbesondere in Bezug auf die Work-Life-Balance ist es wichtig, seinen Energiehaushalt zu kennen und sich Einwirkungen darauf bewusst zu machen. Diese Einwirkungen können im Schulalltag die Pausengestaltung sein, ebenso die Aufteilung von Arbeits- und Erholungszeit, sowie die Gestaltung dieser Zeit. Ist die Erholungszeit wirklich Erholung für Körper und Geist, oder wird sie mit Aktivitäten ausgefüllt, die nicht zur Entspannung führen. Um die Selbstreflexion zu unterstützen, finden Sie im Anhang dieses Artikels ein Arbeitsblatt, das Sie nutzen können.

Kleine Übungen für den Alltag

Die nun folgenden Übungen können Sie immer und überall umsetzen. Sie helfen Ihnen, sich schnell zu entspannen und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, so dass Sie auch an einem langen Arbeitstag nicht die Balance verlieren.

Halbkreise

  • Ausgangsstellung: Aufrechter Stand/Sitz/Fersensitz, Kinn Richtung Brustbein absenken, Schultern sind entspannt
  • Der Kopf wird von der Mitte nach rechts (rechtes Ohr zur rechten Schulter) und danach nach links (linkes Ohr zur linken Schulter) bewegt
  • Die Bewegung erfolgt im Seitenwechsel und wieder zurück

Die Halbkreise entspannen die Schulter-Nacken-Muskulatur und dienen somit dazu schnell Verspannungen in diesem Bereich aufzulösen.

Schulterkreisen

  • Ausgangsstellung: Aufrechter Stand/Sitz/Fersensitz
  • Die Schultern werden in kreisenden Bewegungen nach hinten bewegt, zuerst kleine Kreise, die immer größer werden können
  • Auch die Arme können mit in die Bewegung einbezogen werden, in dem sie rechts und links zur Seite ausgestreckt sind und mit den Schultern mitkreisen
  • Hinweis: Schultern werden dabei nicht zu den Ohren gezogen, sondern bleiben entspannt

Auch das Schulterkreisen entspannt den Schulter-Nacken-Bereich und es wirkt vor allem gegen die alltägliche nach vorn gebeugte Haltung. Aus diesem Grund werden die Kreise auch nach hinten ausgeführt, um mehr in die Aufrichtung des Oberkörpers zu gelangen.

Beckenschaukel – sitzend

  • Ausgangsstellung: Aufrechter Sitz auf einem Hocker/Stuhl – vorderes Drittel, Füße stehen auf dem Boden auf
  • Das Becken nach vorn kippen Richtung Knie und übergehen zum Absenken
  • Bewegung = Wechsel: Kippen und Absenken, Rhythmus finden
  • Hinweis: Rücken bleibt aufrecht, Schulter sind locker

Die Beckenschaukel kann auch im Stand durchgeführt werden, was etwas mehr Koordination erfordert. Probieren Sie es gern aus. Generell hilft das Beckenschaukeln gegen Verspannungen im unteren Rücken und ist vor allem bei langem Sitzen zu empfehlen.

Absenkung

  • Ausgangsstellung: Aufrechter Stand, Beine hüftbreit geöffnet
  • Aus dem Becken heraus wird der Oberkörper Richtung Boden abgesenkt
  • Die Hände dürfen den Boden berühren, müssen es aber nicht
  • Aus dem Becken heraus wird nun der Oberkörper langsam nach rechts und links geschwenkt und pendelt sich ein, bevor Sie wieder langsam den Oberkörper Wirbel für Wirbel nach oben aufrichten und zurück in die Ausgangsstellung kommen

Das Absenken entspannt den gesamten Körper. Unser Oberkörper wird von unserem Unterkörper tagtäglich getragen. Diese Übungen gibt sich der Schwerkraft hin und dehnt zusätzlich die gesamte hintere Körperseite auf.

Integrieren Sie diese Übungen in Ihren Berufsalltag, überprüfen Sie Ihre Work-Life-Balance regelmäßig mit dem dazugehörigen Arbeitsblatt und Sie werden sehen, es muss nicht kompliziert sein, den Berufsalltag in Balance zu halten.

Ihr kostenloses Arbeitsblatt zum Download

Mit welchen Methoden haben Sie gute Erfahrungen gemacht, um Ihre Work-Life-Balance in Balance zu halten?
Erzählen Sie uns davon gern in den Kommentaren.

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Über die Autorin

Franziska Spenner

Franziska Spenner ist gelernte Physiotherapeutin, hat einen Bachelor of Arts in Sozialer Arbeit gemacht und studiert aktuell Berufspädagogik im Fachbereich Sozialpädagogik und Deutsch.

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2 Kommentare

  1. C. Müller 29. Oktober 2021 um 14:50 Uhr - Antworten

    Für mich persönlich ist der Satz „Pause aktiv nutzen“ ein Widerspruch in sich. Was, wenn Pause für mich bedeutet, eben gerade NICHT irgendwie tätig sein zu müssen?
    Der Artikel geht außerdem am Thema vorbei, denn durch so ein paar Fitnessübungen, die sicherlich nicht schaden, wird kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit / Leben hergestellt.
    Der Stress entsteht doch durch immer weiter ausufernde Aufgaben, die einfach unter der „allgemeinen Dienstpflicht“ verbucht werden.
    Wirklich hilfreich für ein echtes ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit wären nur Maßnahmen wie z.B. Anrechnungsstunden für Klassleitertätigkeiten, Reduktion der UPZ für alle Vollzeitkräfte um mindestens 2 Stunden, Reduktion der Klassengröße auf maximal 20 SchülerInnen und Anrechnung von Wegezeiten.

    • Franziska Spenner 20. Dezember 2021 um 7:18 Uhr - Antworten

      Vielen Dank für Ihr Feedback Frau Müller. Es spricht nichts dagegen, dass Pause für Sie heißt nichts zu tun. Viele Menschen wünschen sich aber mehr Aktivität im Alltag und dieser Artikel soll zeigen, dass die Reflexion des Tagesablaufes und ein paar kleine Übungen helfen können Aktivität in den Alltag zu bringen. Dass das nicht für jeden etwas ist, ohne Frage. Vielleicht probieren Sie es trotzdem einmal aus.
      Liebe Grüße Franziska Spenner

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