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Kommunikation ist alles: So gelingen Elterngespräche auf Augenhöhe

Ein Elterngespräch kann schnell zur herausfordernden Situation werden. Dieser erste Teil von zwei Beiträgen dazu geht auf Ihre Perspektive als Lehrkraft ein und gibt Ihnen Tipps zur Vorbereitung, um gestärkt in das Gespräch zu gehen.

„Können wir kurz sprechen?“ Kaum ein anderer Satz löst bei Lehrkräften so unterschiedliche Gefühle aus. Während manche Elterngespräche durchaus bereichernd und konstruktiv verlaufen, sorgen andere bereits im Voraus für Anspannung bei allen Beteiligten. Dabei wünschen sich sowohl Eltern als auch Lehrkräfte im Grunde nur das Beste für das Kind.

Der Schlüssel liegt in der Haltung

Viele Lehrkräfte erleben Eltern als kritisch, emotional oder fordernd. Doch hinter starken Reaktionen steckt häufig etwas anderes: die Sorge um das eigene Kind. Außerdem ist jedes Elternteil ebenfalls ein ehemaliges Schulkind, das möglicherweise eigene Erfahrungen mit dem Schulsystem mitbringt (z. B. nie verarbeiteten Leistungsdruck oder Verhaltensauffälligkeiten, die negative Erinnerungen hervorrufen). Diese Assoziationen können das Elterngespräch unbewusst beeinflussen.

Eltern sind ihrem Kind eng verbunden. Sie fühlen mit ihrem Kind und wünschen sich, dass es gesehen, verstanden und unterstützt wird. Wer sich als Lehrkraft genau diese Perspektive bewusst macht, schafft die Grundlage für echte Begegnungen auf Augenhöhe und somit die Basis für gelingende Elterngespräche.

Die Botschaft, die es zu beachten gilt, um erfolgreiche und lösungsorientierte Gespräche zu führen, lautet: Lehrkraft, Eltern und Schulkind sitzen im selben Boot. Das Boot fährt nicht für die Lehrkraft und nicht für die Eltern, sondern es fährt für das Kind. Auch wenn die Erwachsenen unterschiedliche Sichtweisen mitbringen, haben beide Seiten das Ziel, das Schulkind bestmöglich zu begleiten.

Gute Kommunikation beginnt lange vor dem Gespräch

Häufig entscheidet nicht die Gesprächstechnik über den Verlauf eines Elterngesprächs, sondern die innere Vorbereitung.
Fragen Sie sich vor einem Termin:

  • Mit welcher Haltung gehe ich in das Gespräch?
  • Welche Erwartungen habe ich?
  • Was wünsche ich mir für das Schulkind?
  • Wie möchte ich auf mein Gegenüber wirken?

Wer mit Klarheit und Offenheit in ein Gespräch geht, wird dies seinem Gegenüber auch nonverbal vermitteln, Ruhe und Souveränität ausstrahlen und letztlich das Gespräch positiv beeinflussen, ohne auch nur ein einziges Wort zu sagen.

Mit einem mentalen Leitfaden ins nächste Elterngespräch

Übung macht den Kommunikationsmeister. Das gilt auch für Elterngespräche. Die folgenden Tipps helfen, nach und nach die Gesprächspartnerin oder der Gesprächspartner zu werden, den man auch sich selbst wünschen würde.

  • Eltern sind nicht gegen dich, sondern für sich.

Die meisten Eltern möchten kooperieren. Hinter Kritik verbergen sich oft Unsicherheit, Hilflosigkeit oder die Angst, dass ihr Kind nicht gesehen wird.

  • Du sitzt mit dem Schulkind und seinen Eltern in einem Boot.

Übernimm gemeinsam mit den Eltern die Ruder und einigt euch darauf, in welche Richtung ihr gemeinsam rudern wollt. Das Schulkind sitzt in eurer Mitte, ihr habe es jederzeit im Blick.

  • Du musst nicht perfekt sein.

Eltern erwarten keine perfekte Lehrkraft. Sie wünschen sich in erster Linie Verständnis, Ehrlichkeit, Klarheit und Wertschätzung.

  • Dein Zuhören schafft Verbindung.

Menschen fühlen sich verstanden, wenn ihnen wirklich zugehört wird. Oft entsteht genau dadurch Vertrauen. Stellen Sie zusätzlich noch aufrichtige Fragen, die ehrliches Interesse deutlich machen, wird das die Kommunikation zusätzlich verbessern.

Elterngespräche werden nicht dadurch leichter, dass Lehrkräfte jede Situation kontrollieren. Sie werden leichter, wenn Lehrkräfte bereit sind, Eltern wirklich zuzuhören, um die Bedürfnisse hinter den häufig als Vorwürfe verstandenen Äußerungen der Eltern zu hören.

Elterngespräche gelingen, wenn Lehrkräfte bereit sind, nachzufragen, denn: „wer fragt, führt“ und hat somit auch den Gesprächsverlauf in der Hand. Perfekte Gespräche gibt es nicht, doch jedes Gespräch bietet die Chance, Vertrauen aufzubauen und Zusammenarbeit zu stärken. Manchmal braucht es dafür nur ein wenig Vorbereitung. Nicht zuletzt braucht es Mut, auf Verbindung statt auf Verteidigung zu setzen.

Für Sie zum kostenlosen Download

Das 5-Phasen-Modell für Elterngespräche von Lucienne Raithel (PDF)

Mit den begleitenden Checklisten wissen Sie in jeder Phase des Elterngesprächs genau, worauf es ankommt. Somit sind Sie von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung bestens strukturiert.

Die Fragebögen unterstützen Sie dabei, Ihr eigenes Verhalten zu reflektieren: im Vorfeld, um gut vorbereitet zu sein, und im Anschluss, um Ihre Gesprächsführung weiterzuentwickeln.

Nutzen Sie diese praxisnahen Werkzeuge und führen Elterngespräche strukturiert, reflektiert und mit mehr Gelassenheit für ein klares Ergebnis.

Können Sie sich vorstellen, diese Tipps für Ihre Vorbereitung zu nutzen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen. Der kommende zweite Teil der Beitragsreihe in der zweiten Jahreshälfte nimmt die elterliche Perspektive in den Fokus.

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Über die Autorin

Lucienne Raithel

Lucienne Raithel ist seit 8 Jahren als Deutschlehrerin an einer Oberschule im sächsischen Plauen tätig. Nach ihrem Studium der Germanistik und Journalistik in Leipzig war sie im Vertrieb und im Marketing verschiedener Unternehmen tätig. 2017 entschied sie sich für den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf. Nebenberuflich ist sie als Lehrerin mittendrin auf Instagram aktiv.

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